Wort des Lebens: 16.1

Brief an die Hebräer 4,1-5.11. 

Brüder! Lasst uns ernsthaft besorgt sein, dass keiner von euch zurückbleibt, solange die Verheißung, in das Land seiner Ruhe zu kommen, noch gilt.

Denn uns ist die gleiche Freudenbotschaft verkündet worden wie jenen; doch hat ihnen das Wort, das sie hörten, nichts genützt, weil es sich nicht durch den Glauben mit den Hörern verband. 
Denn wir, die wir gläubig geworden sind, kommen in das Land der Ruhe, wie er gesagt hat: Darum habe ich in meinem Zorn geschworen: Sie sollen nicht in das Land meiner Ruhe kommen. Zwar waren die Werke seit der Erschaffung der Welt vollendet;
denn vom siebten Tag heißt es an einer Stelle: Und Gott ruhte am siebten Tag aus von all seinen Werken;
hier aber heißt es: Sie sollen nicht in das Land meiner Ruhe kommen.
Bemühen wir uns also, in jenes Land der Ruhe zu kommen, damit niemand aufgrund des gleichen Ungehorsams zu Fall kommt.

wdl klein

RUHE

*Glauben und hören

-> Das Wort Gottes hören

-> Das Wort Gottes glauben

-> Das Wort Gottes schenkt Ruhe

 

Im Wort Gottes liegt die Kraft, die mir Hoffnung gibt, so kann ich ruhig sein in IHM, weil ER es gut mit mir meint.

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Unser Wort für heute

Wie passend ist diese Schriftstelle als erstes Wort für den Tag, da die Einheit doch eines unserer großen Anliegen ist.

Wie schön,. dass nach dieser Gebetswoche für die Einheit der Christen dieses Thema in der Heiligen Schrift nochmals fortgeführt wird.

So auch unser Wort für heute:

Heute möchte ich versuchen, die Einheit zu leben 

das kann heissen:

  • Die Einheit mit Gott im Gebet
  • Die Einheit im Aufeinander zugehen
  • Einheit kann auch heissen, einmal nachzugeben, Kompromisse zu machenAm selben Strang ziehen
  • Vergeben

Erfahrung:

Wenn ein reich in sich gespalten ist…(mk 33,24) Ich habe das heute mal auf die Familie bezogen. Also, dass wir, Vater und Mutter eins sein sollen, weil die Kinder uns sonst auch ausspielen können. Mein Mann kommt gleich heim und ich nehme mir das vor, heute ist ein doofer Tag, mein Schatz kriegt morgen Zähne gezogen, da wird er schlechte Laune haben, umso wichtiger ist es, dass wir beide eins sind, damit kein streit und keine Spaltung in der Familie ist. Ein super Wort, nicht nur für heute, und definitiv etwas, an dem ich arbeiten muss.

Bibeltext

Evangelium (Mk 3,22-30)

Das Reicht des Satans hat keinen Bestand

22 In jener Zeit
sagten die Schriftgelehrten,
die von Jerusalem herabgekommen waren:
Er ist von Beélzebul besessen;
mit Hilfe des Anführers der Dämonen treibt er die Dämonen aus.
23 Da rief Jesus sie zu sich
und belehrte sie in Form von Gleichnissen:
Wie kann der Satan den Satan austreiben?
24 Wenn ein Reich in sich gespalten ist,
kann es keinen Bestand haben.
25 Wenn eine Familie in sich gespalten ist,
kann sie keinen Bestand haben.
26 Und wenn sich der Satan gegen sich selbst erhebt
und mit sich selbst im Streit liegt,
kann er keinen Bestand haben,
sondern es ist um ihn geschehen.
27 Es kann aber auch keiner
in das Haus eines starken Mannes einbrechen
und ihm den Hausrat rauben,
wenn er den Mann nicht vorher fesselt;
erst dann kann er sein Haus plündern.
28 Amen, das sage ich euch:
Alle Vergehen und Lästerungen
werden den Menschen vergeben werden,
so viel sie auch lästern mögen;
29 wer aber den Heiligen Geist lästert,
der findet in Ewigkeit keine Vergebung,
sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften.
30 Sie hatten nämlich gesagt:
Er ist von einem unreinen Geist besessen.
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Mittwoch nach Epiphanie – das Evangelium der Brotvermehrung Mk 6,34-44.

Weiter unten habe ich einen Kommentar in voller Länge zum Nachlesen, er ist dem KKK entnommen.

Ein wirklich wunderschöner Text zum Thema Brot des Lebens.

Sicherlich ist die Eucharistie DAS Brot des Lebens, in dem sich der Herr uns selber schenkt.

Ich möchte aber noch einen weiteren Gedanken aufgreifen, den unser Diakon uns einmal mitgegeben hat.

“Wir sollen das Wort Gottes essen”. Es kauen.

Nicht umsonst ist auch das Wort Gottes nach unserer Auffassung “Nahrung”

Und so hat Brotvermehrung neben den anderen typischen Gedanken von Gerechtigkeit auf der Welt und sozialer Verantwortung auch noch einen weiteren Aspekt:

Wie gehen wir mit dem Wort um? Wie vermehren wir das Wort?

Indem wir es betrachten, aber auch indem es in unserem Leben und durch unser Leben sichtbar und offenbar wird. Und nur so kann es sich vermehren. Indem wir es mit(-teilen) und vorleben.

Eine Art der Brotvermehrung, wo ich als Laie in besonderer Weise gefragt bin. Sicherlich lebe auch ich aus der Kraft der Eucharistie, und die Eucharistie hat mit Sicherheit einen großen Sendungsauftrag. Aber für mich wird es in diesem “Wort vermehren” besonders sichtbar.

Immer wieder begegnet mir das Wort als Wort des Lebens auf meinem Weg. Zuerst bei den Foccolari, dann bei der geistlichen Familie vom Kostbaren Blut, und auch auf der Fazienda da Esperanza.

Und dieses Wort, es verändert und ändert.

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Evangelium Tag für Tag hat heute folgenden Text als Kommentar:

 

Katechismus der Katholischen Kirche, § 1373-1380

 

„Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern“

„Christus Jesus, der gestorben ist, mehr noch: der auferweckt worden ist, sitzt zur Rechten Gottes und tritt für uns ein” (Röm 8,34). Er ist in seiner Kirche auf mehrfache Weise gegenwärtig [Vgl. Mt 25,31-46]: in seinem Wort, im Gebet seiner Kirche, „wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind” (Mt 18,20), in den Armen, den Kranken, den Gefangenen [Vgl. LG 48], in seinen Sakramenten, deren Urheber er ist, im Meßopfer und in der Person dessen, der den priesterlichen Dienst vollzieht, aber „vor allem unter den eucharistischen Gestalten” (SC 7).

Die Weise der Gegenwart Christi unter den eucharistischen Gestalten ist einzigartig… Im heiligsten Sakrament der Eucharistie ist „wahrhaft, wirklich und substanzhaft der Leib und das Blut zusammen mit der Seele und Gottheit unseres Herrn Jesus Christus… enthalten” (K. v. Trient: DS 1651). Diese „Gegenwart wird nicht ausschlußweise ‚wirklich‘ genannt, als ob die anderen nicht ‚wirklich‘ seien, sondern vorzugsweise, weil sie substantiell ist; in ihr wird nämlich der ganze und unversehrte Christus, Gott und Mensch, gegenwärtig” (MF 39)…

Die Verehrung der Eucharistie. Wir bringen in der Meßliturgie unseren Glauben, daß Christus unter den Gestalten von Brot und Wein wirklich zugegen ist, unter anderem dadurch zum Ausdruck, daß wir zum Zeichen der Anbetung des Herrn die Knie beugen oder uns tief verneigen. „Die katholische Kirche erweist der heiligen Eucharistie nicht nur während der heiligen Messe, sondern auch außerhalb der Meßfeier den Kult der Anbetung, indem sie die konsekrierten Hostien mit größter Sorgfalt aufbewahrt, sie den Gläubigen zur feierlichen Verehrung aussetzt und sie in Prozession trägt” (MF 56)… Es hat einen tiefen Sinn, daß Christus in dieser einzigartigen Weise in seiner Kirche gegenwärtig bleiben wollte. Weil Christus seiner sichtbaren Gestalt nach die Seinen verließ,… wollte er, daß wir das Zeichen des Gedächtnisses der Liebe bei uns haben, mit der er uns „bis zur Vollendung” liebte (Joh 13, 1), bis zur Hingabe seines Lebens. In seiner eucharistischen Gegenwart bleibt er geheimnisvoll in unserer Mitte als der, welcher uns geliebt und sich für uns hingegeben hat [Vgl. Gal 2,20.], und er bleibt unter den Zeichen gegenwärtig, die diese Liebe zum Ausdruck bringen und mitteilen.

 

 

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Lectio Divina, Laudes 8.11.- Jesus, lebe Du in mir

lectio

 

Kurzlesung zur Laudes

2 Kor 12,9b-10

9b Ich will mich meiner Schwachheit rühmen, damit die Kraft Christi auf mich herabkommt.
10 Deswegen bejahe ich meine Ohnmacht, alle Misshandlungen und Nöte, Verfolgungen und Ängste, die ich für Christus ertrage; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark

Ich will mich rühmen meiner Schwachheit. Rühmen der Schwachheit. Damit die Kraft Christi auf mich herabkommt. Die Kraft Christi kommt auf mich herab. Deswegen bejahe ich meine Ohnmacht. Ich bejahe meine Ohnmacht. Ich rühme mich meiner Schwachheit und bejahe meine Ohnmacht. Ich rühme mich und bejahe, dass ich schwach und ohnmächtig bin. Denn dann kommt die Kraft Christi auf mich herab. Ich bejahe alle Misshandlungen und Nöte, die ich für Christus ertrage; denn wenn ich schwach bin, bin ich stark. Ich ertrage für Christus. Ich bejahe, was ich für Christus ertrage. Denn wenn ich schwach bin, bin ich stark

meditatio

Ich bin stark in Christus. Denn nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir. Meine Kraft ist Christus. ER ist in meiner Schwachheit stark. Welch wunderbarer Tausch. Gebe ich mich hin? Lasse ich zu? Bin ich schwach? Bin ich demütig? Erkenne ich meine Ohnmacht? Nehme ich sie an?

oratio

Jesus, ich darf schwach sein.

Mich ganz fallen lassen.

In Dir. In Dich hinein. In Deine Liebe. In die liebenden Arme des Vaters.

Ich danke Dir, dass Du alles für mich erlitten und erkämpft hast.

Ich danke Dir, dass Du durch Deinen Kreuzestod alles Leid auf Dich genommen hast.

Ich danke Dir, dass Du dort am Kreuz den Sieg errungen hast.

Für mich.

Damit ich leben kann, damit ich stark sein kann, und hocherhobenen Hauptes als Dein geliebtes Kind der Auferstehung entgegensehen darf.

Alle Schwachheit, alle Schuld hast Du getragen.

Oh Herr, wie groß bist Du.

Ehre sei Dir, Ehre, Dank und Lobpreis.

Jetzt und immerdar.

AMEN.

contemplatio

Schwach sein, loslassen… Tragen lassen… Lieben lassen….
<-> Gott groß sein lassen
actio
Bewusst werden. Meiner Schwachheit. Annehmen. Hinschauen auf die Schwachheiten und die Ohnmachten meines Lebens. Die liebe Gottes annehmen.
Diese Liebe weitergeben, diese Zuversicht und Zusage…
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Mein Wort für heute:
Mich selber nicht so wichtig nehmen. Jesus in mir wirken lassen. Stark sein in Jesus Christus.
JESUS, LEBE DU IN MIR

 

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WDL für KIDS und TEENS

 

 

Heute endlich mal wieder, nachdem wir länger nichts selber mehr geschrieben haben jetzt endlich mal wieder was von unserer Seite hier :-)

 

2013 03 17

 

 

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Das Gleichnis des Barmherzigen Vaters in der Catena Lk 15,11-32

Der Text aus der Catena Aurea

Weiter sagte Jesus: Ein Mann hatte zwei Söhne.

Lukas stellt drei Gleichnisse hintereinander: Das verlorene Schaf, das wiedergefunden wurde; die verlorene Drachme, die wiedergefunden wurde; der Sohn, der tot war und wieder zum Leben zurückgekehrt ist; so werden wir durch ein dreifaches Heilmittel aufgerufen, unsere Sünden zu heilen. Christus trägt dich als Hirt mit seinem Leib, die Kirche sucht dich als Mutter, Gott nimmt dich auf als Vater. (Ambrosius)

Dieser Mann also hatte zwei Söhne. Das bedeutet: Gott hat zwei Völker, gleichsam zwei Sprosse des menschlichen Geschlechts: der eine blieb bei der Verehrung des einen Gottes, der andere verließ Gott, bis dahin, daß er Götzen verehrte. (Augustinus)

Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht. Da teilte der Vater das Vermögen auf.

Du siehst aber, daß das göttliche Erbe den Bittenden gegeben wird; denke nicht, es sei die Schuld des Vaters, daß er dem jüngeren [seinen Teil] gab: kein Lebensalter ist zu schwach für Gottes Reich, und der Glaube wird mit den Jahren nicht leichter. (Ambrosius)

Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen.

Der jüngere Sohn reiste in ein fernes Land, aber nicht dadurch daß er räumlich von Gott wegging, der überall ist, sondern durch seinen freien Willen: Denn der Sünder flieht vor Gott, um möglichst weit entfernt von ihm zu sein. (Chrysostomus)

Wie könnte man nämlich weiter weggehen, als dadurch daß man sich von seiner Heimat nicht durch den Ort, sondern durch sein Verhalten trennt? Denn wer sich von Christus trennt, ist fern der Heimat und ein Bürger der Welt. Zu Recht heißt es, daß derjenige, der die Kirche verläßt, das väterliche Vermögen verschwendet. (Ambrosius)

Nicht nach vielen Tagen ist es geschehen, daß er alles genommen und in ein fernes Land gereist ist, d. h. daß er Gott vergessen hat. Das bedeutet, daß nicht lange nach der Erschaffung des Menschengeschlechts die Seele mit ihrem freiem Willen beschloß, eigenmächtig zu existieren, so als ob sie über ihre Natur verfügen könnte, den zu verlassen, von dem sie erschaffen worden ist, und auf ihre eigenen Kräfte zu vertrauen. Diese Kräfte verbrauchte sie umso schneller, je weiter sie sich von dem entfernte, der sie ihr gegeben hatte [...] Verschwenderisch oder üppig nennt er einen Lebensstil, der in äußerer Pracht schwelgt, innerlich aber leer ist. (Augustinus)

Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über das Land, und es ging ihm sehr schlecht.

Der Hunger ist der Mangel am Wort der Wahrheit. (Augustinus)

Es trat aber in jenem Land nicht eine Hungersnot an Nahrung ein, sondern an guten Werken und Tugenden, was ein noch bedauernswerterer Mangel ist. (Ambrosius)

Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten.

Die Schweine hüten bedeutet das tun, worüber die unreinen Geister sich freuen. (Beda)

Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon.

Die Futterschoten sind eine Art Hülsen, die innen leer, aber äußerlich dick sind. Durch sie wird der Leib nicht genährt, sondern nur gefüllt, so daß sie mehr lästig als nützlich sind. (Ambrosius)

Die Futterschoten also, mit denen er die Schweine fütterte, sind die weltlichen Lehren. Sie sind unfruchtbar und gehaltlos [...] Als er sich daher zu sättigen wünschte und darin etwas verläßliches und richtiges finden wollte, das ihn zu einem glücklichen Leben führt, konnte er es nicht finden. (Augustinus)

Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen, und ich komme hier vor Hunger um.

Er kehrt wohl zu sich selbst zurück, nachdem er sich selbst verlassen hatte. Denn wer zu Gott zurückkehrt, kehrt zu sich selbst zurück; und wer von sich von Christus entfernt, der entfernt sich von sich selbst. (Ambrosius)

Es gibt drei verschiedene Arten von Gehorsam: Entweder wir meiden das Böse aus Angst vor der Strafe – dann sind wir Knechte; oder wir halten uns an die Vorschriften, um dafür Lohn zu erlangen – dann sind wir Tagelöhnern ähnlich; oder wir dienen dem Gesetz um des Guten selbst willen und aus Liebe zu dem, der es gegeben hat – so sind wir zu Söhnen geworden. (Gregor von Nazianz)

Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt.

Er kehrte aber nicht eher zu seinem früheren Glück zurück, als bis er in sich ging, das Gewicht seines niederdrückenden Elends fühlte und über die Worte der Umkehr nachdachte. (Gregor von Nyssa)

Wie barmherzig ist der [Vater], der beleidigt worden ist! Er weigert sich nicht, den väterlichen Namen zu hören. Dies ist das erste Sündenbekenntnis beim Schöpfer der Welt, dem Herrn der Barmherzigkeit und dem Richter über die Schuld. Auch wenn Gott alles weiß, wartet er dennoch auf das Bekenntnis aus deinem Mund: Das ausdrückliche Bekenntnis nämlich gereicht zum Heil, denn es nimmt das Gewicht des Irrtums hinweg, mit dem sich ein jeder belastet; und wer dem Ankläger mit seinem Bekenntnis zuvor kommt, entgeht einer schwerwiegenden Anklage. Vergeblich willst du vor dem etwas verbergen, der nicht getäuscht werden kann. Du kannst ohne Gefahr das preisgeben, wovon du weißt, daß es schon bekannt ist. Bekenne vielmehr, damit Christus für dich eintritt, die Kirche für dich bittet, das Volk für dich weint; und befürchte nicht, daß du nicht erhört wirst. Der Fürsprecher verheißt Vergebung, der Beschützer verspricht Gnade, der Retter sichert dir die Versöhnung durch die väterliche Güte zu. (Ambrosius)

Es ist die Frage, ob die Sünde “gegen den Himmel” dasselbe ist wie “gegen dich”, daß also entweder die Hoheit des Vaters selbst “Himmel” heißt, oder aber: ich habe gesündigt “gegen den Himmel”, d.h. gegen die heiligen Seelen, “gegen dich” aber im Innersten meines Gewissens. (Augustinus)

Oder aber mit der Sünde der Seele gegen den Himmel sind die verlorenen Gaben des Geistes gemeint; oder aber es heißt: er hätte sich nicht vom Schoß der Mutter Jerusalem, die im Himmel ist, entfernen dürfen. (Ambrosius)

Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner.

Er beansprucht nicht das Recht des Sohnes, daß alles, was dem Vater gehört, auch ihm gehört; er denkt nicht einmal daran, danach zu verlangen; sondern er wünscht, ein Tagelöhner zu sein, der für Lohn arbeitet; aber auch das, bekennt er, kann ihm nur durch das väterliche Erbarmen zuteil werden. (Beda)

Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah ihn schon von weitem kommen, und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küßte ihn.

So wollen auch wir es machen. Dabei soll uns die Länge des Weges nicht abschrecken: Denn wenn wir wollen, können wir schnell und leicht zurückkehren, wenn wir nämlich die Sünde zurücklassen, die uns aus dem väterlichen Haus herausgeführt hat. (Chrysostomus)

Der Vater spürte seine Umkehr; er wartete nicht auf die Worte seines Bekenntnisses, sondern kam der Bitte [des Sohnes] zuvor und erwies ihm Barmherzigkeit. (Chrysostomus)

Was bedeutet dieses Geschehen anderes, als daß wir, von unseren Sünden gelähmt, nicht aus eigener Kraft zu Gott gelangen konnten. Der Mächtige selbst aber stieg herab, um zu den Schwachen zu kommen. Der Mund wird geküßt, mit dem der Büßer sein von Herzen kommendes Bekenntnis aussprach, das der Vater freudig empfing. (Chrysostomus)

Er läuft dir also entgegen, weil er hört, was du im geheimen Inneren deines Herzens denkst; und da du noch weit entfernt bist, läuft er dir entgegen, damit dich nicht jemand aufhält. [...] und er fällt gleichsam im Gefühl väterlicher Liebe [dem Sohn] um den Hals, um den daniederliegenden aufzuheben und den mit Sünden beladenen und ins Irdische abgesunkenen wieder zum Himmel hin aufzurichten. (Ambrosius)

Um den Hals fallen, das heißt, in der Umarmung seinen Arm herabzustrecken; dieser Arm ist Jesus Christus. (Augustinus)

Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein.

[Der Sohn] fügt nicht hinzu, was er vorher überlegt hatte zu sagen: Mach mich zu einem deiner Tagelöhner! Denn weil er kein Brot hatte, wollte er ein Tagelöhner werden; aber nach dem Kuß des Vaters in seiner übergroßen Güte wollte er es nicht mehr. (Augustinus)

Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand, und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand, und zieht ihm Schuhe an.

Das beste Kleid ist die Würde, die Adam verlor; die Diener, die es herbeibringen, sind die Verkünder der Versöhnung. (Augustinus)

Der Ring ist Zeichen des reinen Glaubens und Ausdruck der Wahrheit. (Ambrosius)

Oder der Ring an der Hand ist das Unterpfand des heiligen Geistes, wegen der Teilhabe an der Gnade, die durch den Finger treffend bezeichnet wird. (Augustinus)

Oder er läßt ihm den Ring geben [...] als Zeichen der Verlobung und Unterpfand der Hochzeit, in der Christus sich die Kirche vermählt, wenn die zur Bekehrung bereite Seele sich durch den Ring des Glaubens mit Christus verbindet. (Augustinus)

Die Schuhe an den Füßen bedeuten die Vorbereitung zur Verkündigung des Evangeliums: [Sie schützen die Seele,] damit sie nichts Irdisches berühre. (Augustinus)

Bringt das Mastkalb her, und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein.

Das gemästete Kalb ist unser Herr Jesus Christus; er wird “Kalb” genannt wegen der Opfergabe seines unbefleckten Leibes; “gemästet” bedeutet, daß es so groß und so vorzüglich ist, daß es für das Heil der ganzen Welt ausreichend ist. Aber der Vater brachte nicht selbst das Mastkalb als Opfer dar, sondern übergab es anderen zur Opferung: denn der Vater ließ zu und der Sohn willigte ein, von den Menschen gekreuzigt zu werden. (Chrysostomus)

[Laßt uns essen:] wohl das Fleisch des Lammes, weil es das priesterliche Opfer ist, das für die Sünden dargebracht wurde. Er lädt zur Freude ein, wenn er sagt: Laßt uns fröhlich sein, um zu zeigen, daß die Speise des Vaters unser Heil und die Erlösung von unseren Sünden die Freude des Vaters ist. (Ambrosius)

Jeder, der zurückkehrt, von seinen Vergehen gereinigt wird und am Mastkalb Anteil erhält, ist ein Grund zur Freude für den Vater und seine Diener, die Engel und die Priester. (Theophylactus)

Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest zu feiern.

Die Heiden werden, wenn sie zum Glauben kommen, durch die Gnade lebendig gemacht; wer aber gefallen ist, wird durch die Umkehr wieder zum Leben erweckt. (Ambrosius)

Dieses festliche Mahl wird jetzt gefeiert: Die Kirche ist auf dem ganzen Erdkreis verbreitet: Jenes Mastkalb nämlich wird im Leib und Blut des Herrn dem Vater dargebracht und nährt das ganze Haus. (Augustinus)

Sein älterer Sohn war unterdessen auf dem Feld. Als er heimging und in die Nähe des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz. Da rief er einen der Knechte und fragte, was das bedeuten solle. Der Knecht antwortete: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das Mastkalb schlachten lassen, weil er ihn heil und gesund wiederbekommen hat. Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu.

Weil die Schriftgelehrten und die Pharisäer über die Aufnahme der Sünder murrten, legte der Erlöser der Reihe nach drei Gleichnisse dar. In den ersten beiden deutet er an, wie er sich mit den Engeln über das Heil der Bekehrten freut; in diesem dritten aber zeigt er nicht nur seine Freude und die Freude der Seinigen, sondern tadelt auch das Murren der Neider. (Beda)

Israel, gleichsam der ältere Bruder, beneidete den jüngeren Sohn, d. h. das Heidenvolk, weil der Vater gütig gegen ihn gehandelt hat. (Ambrosius)

Er ist auch jetzt noch zornig, und will bis heute nicht eintreten. Wenn also die Gesamtheit der Heidenvölker eingetreten ist, wird zur rechten Zeit sein Vater herauskommen, damit auch ganz Israel gerettet wird. (Augustinus)

Doch er erwiderte dem Vater: So viele Jahre schon diene ich dir, und nie habe ich gegen deinen Willen gehandelt; mir aber hast du nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte. Kaum aber ist der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet.

Der unverschämte Sohn gleicht dem Zöllner, der sich selbst rechtfertigt, weil er das Gesetz dem Buchstaben nach einhält; schonungslos klagt er den Bruder an, daß er das väterliche Vermögen mit Dirnen verschwendet hat. (Ambrosius)

Die Dirnen aber bedeuten den Aberglauben der Heiden, mit dem er das Vermögen verschwendet: Sie verließen die Ehe mit dem wahren Gott und trieben in schändlichem Begehren mit dem Dämon Unzucht. (Augustinus)

Wenn er aber sagt: Du hast für jenen das Mastkalb schlachten lassen, bekennt er, daß Christus gekommen ist, aber aus Neid will er nicht gerettet werden. (Hieronymus)

 Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein.Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden.

Der Vater jedoch wies ihn [sc. den älteren Bruder] nicht wie einen Lügner zurück, sondern erachtet dessen Ausdauer als etwas Gutes und lädt ihn zur Vollkommenheit eines noch höheren und freudigeren Lobpreises ein. (Augustinus)

Wenn er nämlich aufhört zu beneiden, ist alles sein, indem er entweder als Jude die Sakramente des alten Bundes oder als Getaufter auch die des neuen Bundes besitzt. (Ambrosius)

 
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Er war verloren und ist wiedergefunden worden, Lukas 15,1-3.11-32. Kommentar Johannes Maria Vianney

Hl. Jean-Baptiste Marie Vianney (1786 – 1859), Priester, Pfarrer von Ars
1. Predigt über die Barmherzigkeit Gottes für den 3. Sonntag nach Pfingsten

 

„Er war verloren und ist wiedergefunden worden“

„Ich habe sehr schlecht gehandelt, als ich meinen Vater verließ, der mich so innig liebte; ich habe mein ganzes Vermögen verschleudert und ein schlechtes Leben geführt; ich bin in Lumpen gekleidet und voll Schmutz – wie kann mein Vater mich als seinen Sohn erkennen? Aber ich will mich ihm zu Füßen werfen und sie mit meinen Tränen benetzen; ich will ihn bitten, mich zu einem seiner Tagelöhner zu machen“… Sein Vater hatte schon seit langer Zeit Tränen vergossen, weil er ihn verloren hatte, und als er ihn von weitem kommen sah, dachte er nicht mehr an sein hohes Alter und an das Lotterleben seines Sohnes, er fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Das arme Kind, hocherstaunt, dass sein Vater ihn so liebte, sagte: „’Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein“. – „Nein, nein, mein Sohn“, ruft da der Vater,… „es ist alles vergessen; lasst uns nur noch fröhlich sein. Holt schnell sein bestes Gewand herbei und zieht es ihm an…; schlachtet das Mastkalb und lasst uns fröhlich sein; denn mein Sohn war tot und lebt wieder, er war verloren und ist wiedergefunden worden“.

Was für ein schönes Bild, liebe Brüder, von der großen Barmherzigkeit Gottes gegenüber den erbärmlichsten Sündern… O mein Gott, welch schreckliche Sache ist doch die Sünde! Wie kann man sie nur begehen? Sobald wir jedoch – so erbärmlich wir auch seien, – den Entschluss fassen umzukehren, wird Gottes Herz von tiefem Mitleid erfasst. Der liebevolle Retter kommt den Sündern gnädig zuvor, er nimmt sie in den Arm und tröstet sie aufs Liebevollste… Welch wonnevoller Augenblick! Wenn wir das Glück hätten, das zu begreifen, wie froh wären wir da! Aber leider reagieren wir nicht entsprechend auf die Gnade, und schon sind die beglückenden Augenblicke verstrichen. Jesus lässt seine Diener zum Sünder sagen: „Man bekleide den Christen, der sich bekehrt hat, mit seinem Erstegewand, mit der Taufgnade, die er verloren hat; man bekleide ihn mit Jesus Christus, seiner Gerechtigkeit, seinen Tugenden und all seinen Verdiensten“ (vgl. Gal 3,27). So behandelt uns Jesus Christus, liebe Brüder, wenn es uns glückt, uns von der Sünde abzuwenden und uns ihm hinzugeben. Zu wissen, dass Gottes Barmherzigkeit grenzenlos ist – ist das nicht Grund genug, selbst für den größten Sünder, Vertrauen zu fassen!  

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Evangelium nach Lukas 4,24-30 mit Kommentar Hl. Johannes Chrysostmos

Evangelium nach Lukas 4,24-30. 
Und er setzte hinzu: Amen, das sage ich euch: Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt.
Wahrhaftig, das sage ich euch: In Israel gab es viele Witwen in den Tagen des Elija, als der Himmel für drei Jahre und sechs Monate verschlossen war und eine große Hungersnot über das ganze Land kam.
Aber zu keiner von ihnen wurde Elija gesandt, nur zu einer Witwe in Sarepta bei Sidon.
Und viele Aussätzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten Elischa. Aber keiner von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer Naaman.
Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut.
Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstürzen.
Er aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg.

 

Hl. Johannes Chrysostomos (ca. 345 – 407), Priester in Antiochia und später Bischof von Konstantinopel, Kirchenlehrer
Predigt über Elija und die Witwe, und über das Fasten; PG 51, 348

 

Christus aufnehmen

Die Witwe von Sarepta nimmt den Propheten Elija überaus hochherzig auf; sie bietet, obwohl sie in Sidon fremd ist, ihm zu Ehren alles auf, was ihr in ihrer Armut noch verblieben ist. Sie hat niemals gehört, was Propheten über den verdienstvollen Wert von Almosen sagen, geschweige denn, was Christus dazu sagt: „Ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben“ (Mt 25,35).

Wenn es uns angesichts solcher Ermutigungen und solcher Belohnungen, angesichts der Verheißungen, das Himmelreich und seine Glückseligkeit zu besitzen, nicht gelingt, ebenso gutherzig zu sein wie diese Witwe – zu welcher Entschuldigung werden wir dann greifen? Eine Frau aus Sidon, eine Witwe, die ausgelastet ist mit der Betreuung einer Familie, die den Tod vor Augen hat, sie gewährt einem Unbekannten Einlass und gibt ihm das bisschen Mehl, das ihr noch geblieben ist… Und wir? Unterwiesen durch Propheten, belehrt von Christus, befähigt über Kommendes nachzudenken, unbehelligt von Hungersnot, viel begüterter als diese Frau – werden wir entschuldbar sein, wenn wir es nicht wagen, von unserem Besitz zu nehmen und zu verschenken? Gehen wir so leichtfertig mit unserem Heil um?

Beweisen wir also den Armen gegenüber unser großes Mitgefühl, damit wir würdig werden, in aller Ewigkeit die zukünftigen Güter zu besitzen, durch die Gnade und die Menschenliebe unseres Herrn Jesus Christus.

Quelle: Evangelium Tag für Tag

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Der wiedergefundene Vater Lukas 15,1-3.11-32

Evangelium nach Lukas 15,1-3.11-32. 
Alle Zöllner und Sünder kamen zu ihm, um ihn zu hören.
Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und ißt sogar mit ihnen.
Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte:
Ein Mann hatte zwei Söhne.
Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht. Da teilte der Vater das Vermögen auf.
Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen.
Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über das Land, und es ging ihm sehr schlecht.
Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten.
Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon.
Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen, und ich komme hier vor Hunger um.
Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt.
Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner.
Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah ihn schon von weitem kommen, und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küßte ihn.
Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein.
Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand, und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand, und zieht ihm Schuhe an.
Bringt das Mastkalb her, und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein.
Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest zu feiern.
Sein älterer Sohn war unterdessen auf dem Feld. Als er heimging und in die Nähe des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz.
Da rief er einen der Knechte und fragte, was das bedeuten solle.
Der Knecht antwortete: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das Mastkalb schlachten lassen, weil er ihn heil und gesund wiederbekommen hat.
Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu.
Doch er erwiderte dem Vater: So viele Jahre schon diene ich dir, und nie habe ich gegen deinen Willen gehandelt; mir aber hast du nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte.
Kaum aber ist der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet.
Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein.
Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden.

 

Benedikt XVI., Papst von 2005 bis 2013
Enzyklika „Deus Caritas est“ § 12-13 (© Liberia Editrice Vaticana)

 

„Der Vater sah ihn schon von weitem kommen und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn“

Das eigentlich Neue des Neuen Testaments sind nicht neue Ideen, sondern die Gestalt Christi selber, der den Gedanken Fleisch und Blut, einen unerhörten Realismus gibt. Schon im Alten Testament besteht das biblisch Neue nicht einfach in Gedanken, sondern in dem unerwarteten und in gewisser Hinsicht unerhörten Handeln Gottes. Dieses Handeln Gottes nimmt seine dramatische Form nun darin an, dass Gott in Jesus Christus selbst dem ,,verlorenen Schaf“, der leidenden und verlorenen Menschheit, nachgeht. Wenn Jesus in seinen Gleichnissen von dem Hirten spricht, der dem verlorenen Schaf nachgeht, von der Frau, die die Drachme sucht, von dem Vater, der auf den verlorenen Sohn zugeht und ihn umarmt, dann sind dies alles nicht nur Worte, sondern Auslegungen seines eigenen Seins und Tuns. In seinem Tod am Kreuz vollzieht sich jene Wende Gottes gegen sich selbst, in der er sich verschenkt, um den Menschen wieder aufzuheben und zu retten – Liebe in ihrer radikalsten Form. Der Blick auf die durchbohrte Seite Jesu, von dem Johannes spricht (vgl. 19,37), begreift, was Ausgangspunkt dieses Schreibens war: “Gott ist Liebe“ (1 Joh 4,8). Dort kann diese Wahrheit angeschaut werden. Und von dort her ist nun zu definieren, was Liebe ist. Von diesem Blick her findet der Christ den Weg seines Lebens und Liebens.

Diesem Akt der Hingabe hat Jesus bleibende Gegenwart verliehen durch die Einsetzung der Eucharistie während des Letzten Abendmahles. Er antizipiert seinen Tod und seine Auferstehung, indem er schon in jener Stunde den Jüngern in Brot und Wein sich selbst gibt, seinen Leib und sein Bluts… Die Eucharistie zieht uns in den Hingabeakt Jesu hinein… Die ,,Mystik“ des Sakraments, die auf dem Abstieg Gottes zu uns beruht,… führt höher, als jede mystische Aufstiegsbegegnung des Menschen reichen könnte.

Quelle: Evangelium Tag für Tag)

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Mt 21,33-42.45.46 mit Kommetar Irenäus von Lyon

Evangelium nach Matthäus 21,33-43.45-46. 
Hört noch ein anderes Gleichnis: Es war ein Gutsbesitzer, der legte einen Weinberg an, zog ringsherum einen Zaun, hob eine Kelter aus und baute einen Turm. Dann verpachtete er den Weinberg an Winzer und reiste in ein anderes Land.
Als nun die Erntezeit kam, schickte er seine Knechte zu den Winzern, um seinen Anteil an den Früchten holen zu lassen.
Die Winzer aber packten seine Knechte; den einen prügelten sie, den andern brachten sie um, einen dritten steinigten sie.
Darauf schickte er andere Knechte, mehr als das erstemal; mit ihnen machten sie es genauso.
Zuletzt sandte er seinen Sohn zu ihnen; denn er dachte: Vor meinem Sohn werden sie Achtung haben.
Als die Winzer den Sohn sahen, sagten sie zueinander: Das ist der Erbe. Auf, wir wollen ihn töten, damit wir seinen Besitz erben.
Und sie packten ihn, warfen ihn aus dem Weinberg hinaus und brachten ihn um.
Wenn nun der Besitzer des Weinbergs kommt: Was wird er mit solchen Winzern tun?
Sie sagten zu ihm: Er wird diesen bösen Menschen ein böses Ende bereiten und den Weinberg an andere Winzer verpachten, die ihm die Früchte abliefern, wenn es Zeit dafür ist.
Und Jesus sagte zu ihnen: Habt ihr nie in der Schrift gelesen: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden; das hat der Herr vollbracht, vor unseren Augen geschah dieses Wunder?
Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das die erwarteten Früchte bringt.
Als die Hohenpriester und die Pharisäer seine Gleichnisse hörten, merkten sie, daß er von ihnen sprach.
Sie hätten ihn gern verhaften lassen; aber sie fürchteten sich vor den Leuten, weil alle ihn für einen Propheten hielten.

Hl. Irenäus von Lyon (ca. 130 – ca. 208), Bischof, Kirchenlehrer und Märtyrer
Gegen die Irrlehren IV 36, 2-3; SC 100

Der Weinberg des Herrn

Gott hat Adam aus Erde geformt (Gen 2,7) und die Patriarchen erwählt: so hat er den Weinberg des Menschengeschlechts angelegt. Dann hat er ihn Winzern anvertraut, und zwar durch sein von Mose überbrachtes Geschenk des Gesetzes. Er hat ringsherum einen Zaun gezogen, das heißt: er hat ein Stück Land markiert, das sie bestellen sollten. Er hat einen Turm gebaut, das heißt: er hat Jerusalem erwählt. Er hat eine Kelter ausgehoben, das heißt:  er hat Männer zubereitet, die den Geist der Prophetie empfangen sollten. Er hat den Winzern Propheten geschickt, vor der Babylonischen Gefangenschaft und nachher und zwar in noch größerer Zahl. Sie sollten die Früchte einfordern und den Winzern sagen…: „Bessert euer Verhalten und euer Tun (Jer 7,3); „Haltet gerechtes Gericht, jeder zeige seinem Bruder gegenüber Güte und Erbarmen, und unterdrückt nicht die Witwen und Waisen, die Fremden und Armen und plant in eurem Herzen nichts Böses gegeneinander“ (Sach 7,9-10)…; „Wascht euch, reinigt euch, lasst ab von eurem bösen Treiben… Lernt, Gutes zu tun, sorgt für das Recht, helft den Unterdrückten“ (Jes 1,16-17)…

Mit solchen mahnenden Worten forderten die Propheten die Früchte der Gerechtigkeit ein. Aber da diese Menschen in ihrem Unglauben verharrten, sandte ihnen Gott schließlich seinen Sohn, unsern Herrn Jesus Christus, den diese bösartigen Winzer umbrachten und aus dem Weinberg hinauswarfen. Deshalb vertraute Gott den Weinberg – nicht mehr den von begrenztem Umfang, sondern den, der die ganze Welt umspannt – anderen Winzern an, die ihm Früchte abliefern, wenn es Zeit dafür ist. Der Turm der Auserwähltheit erhebt sich überall  in seiner Pracht, denn die Kirche erstrahlt allenthalben. Überall auch ist die Kelter ausgehoben, denn überall sind die zu finden, die den Geist des Herrn empfangen…

Deshalb sagte der Herr zu seinen Jüngern, um aus uns gute Arbeiter im Weinberg zu machen: „Nehmt euch in Acht und wacht allezeit, dass nicht Rausch und Trunkenheit und die Sorgen des Alltags euch verwirren“ (Lk 21,34.36)…; „Legt euren Gürtel nicht ab und lasst eure Lampen brennen! Seid wie Menschen, die auf die Rückkehr ihres Herrn warten“ (Lk 12,35-36)

Quelle:Evangelium Tag für Tag

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