RB Prol 39 – 44 (5.Januar – 6. Mai- 5. September)

 

RB Prol 39 – 44

Brüder, wir haben also den Herrn befragt, wer in seinem Zelte wohnen darf, und die Bedingungen für das Wohnen gehört. Erfüllen wir doch die Bedingungen eines Bewohners!

Wir müssen unser Herz und unseren Leib zum Kampf rüsten, um den göttlichen Weisungen gehorchen zu können.

Für alles, was uns von Natur aus kaum möglich ist, sollen wir die Gnade und Hilfe des Herrn erbitten.

Wir wollen den Strafen der Hölle entfliehen und zum unvergänglichen Leben gelangen.

Noch ist Zeit, noch sind wir in diesem Leib, noch lässt das Licht des Lebens uns Zeit, all das zu erfüllen.

Jetzt müssen wir laufen und tun, was uns für die Ewigkeit nützt.

 

Das Herz und den Leib rüsten. Was heisst das? Benedikt spricht hier absichtlich von beidem. Es geht also sowohl um die Innerlichkeit, als auch um das „tun“, um den Leib. Wo kann ich mein Herz öffnen, wo meinen Leib bereiten?

Wir müssen laufen für die Ewigkeit. Diese Ausrichtung auf die Ewigkeit, dazu mahnt auch der Hl. Pfarrer von Ars immer wieder. Dieser Blick macht uns frei von weltlichem „Richten“ und „Gelten“, sondern lenkt unseren Blick immer wieder auf das, wozu wir berufen sind. Immer wieder auf Gott zu schauen, seine Maßstäbe zu beachten.

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RB Prol 33-38 (4.Januar – 5.Mai – 4.September)

 

RB Prol 33-38

Schließlich sagt der Herr im Evangelium: “Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels gebaut hat.

Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut.”

Nach all diesen Worten erwartet der Herr, dass wir jeden Tag auf seine göttlichen Mahnungen mit unserem Tun antworten.

Deshalb sind uns die Tage dieses Lebens als Frist gewährt, damit wir uns von unsren Fehlern bessern,wie der Apostel sagt: “Weißt du nicht, dass Gottes Geduld dich zur Umkehr führt?”

Denn in seiner Güte sagt der Herr : “Ich will nicht den Tod des Sünders, sondern dass er umkehrt und lebt.”

 

Worauf baue ich mein Leben? Wer ist der Grund und Fels meines Lebens?

Ist es der Herr? Höre ich auf den Herrn?

Dieses Leben ist mir geschenkt, um umzukehren zu ihm. Nutze ich diese Chance? Sehe ich es überhaupt als Chance, als Auftrag, als Be – rufung?

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RB Prol 22- 32 (3.Januar – 4.Mai – 3.Spetember)

 

RB Prol 22- 32

Wollen wir in seinem Reich und in seinem Zelt wohnen, dann müssen wir durch gute Taten dorthin eilen; anders kommen wir nicht ans Ziel.

Fragen wir nun mit dem Propheten den Herrn: “Herr, wer darf wohnen in deinem Zelt, wer darf weilen auf deinem heiligen Berg?”

Hören wir Brüder, was der Herr auf diese Frage antwortet und wie er uns den Weg zu seinem Zelt weist:

“Der makellos lebt und das Rechte tut;der von Herzen die Wahrheit sagt und mit seiner Zunge nicht verleumdet;der seinem Freund nichts Böses antut und seinen Nächsten nicht schmäht;

der den arglistigen Teufel, der ihm etwas einflüstert, samt seiner Einflüsterung vom Auge seines Herzens wegstößt, ihn zunichte macht, seine Gedankenbrut packt und sie an Christus zerschmettert.”

Diese Menschen fürchten den Herrn und werden wegen ihrer Treue im Guten nicht überheblich; sie wissen vielmehr, dass das Gute in ihnen nicht durch eigenes Können, sondern durch den Herrn geschieht.

Sie lobpreisen den Herrn, der in ihnen wirkt, und sagen mit dem Propheten: “Nicht uns, o Herr, nicht uns, sondern dein Name bring zu Ehren.”

Auch der Apostel Paulus hat nichts von seiner Verkündigung als sein Verdienst angesehen, sagt er doch: “Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.”,

und er sagt auch: “Wer sich rühmen will, der rühme sich im Herrn.”

 

IHM gehorchen, auf IHN zu hören, sich vom Evangelium führen lassen. Ja, dann werde ich Gutes tun, in der Wahrheit bleiben. Dann hat der Teufel keine Macht.

Aber nicht, um gut da zu stehen, sondern um Zeuge zu sein für IHN. Um sein Reich hier auf Erden mitbauen zu dürfen. Das ist Geschenk, das ist Gnade

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RB Prol 8-21 (2.Januar,3.Mai,2.September)

 

RB Prol 8-21

Stehen wir also endlich einmal auf! Die Schrift rüttelt uns wach und ruft: “Die Stunde ist da, vom Schlaf aufzustehen.” (Röm 13,11)

Öffnen wir unsere Augen dem göttlichen Licht, und hören wir mit aufgeschrecktem Ohr, wozu uns die Stimme Gottes täglich mahnt und aufruft.

Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht!”

Und wiederum: “Wer Ohren hat zu hören, der höre, was der Geist der Gemeinden sagt!”

Und was sagt er? “Kommt ihr Söhne, hört auf mich! Die Furcht des Herrn will ich euch lehren.

Lauft, solange ihr das Licht des Lebens habt, damit die Schatten des Todes euch nicht überwältigen.”

Und der Herr sucht in der Volksmenge, der er dies zuruft, einen Arbeiter für sich und sagt wieder:

“Wer ist der Mensch, der das Leben liebt und gute Tage zu sehen wünscht?”

Wenn du hörst und antwortest : “Ich”, dann sagt Gott zu dir:

Willst du wahres und unvergängliches Leben, bewahre deine Zunge vor Bösem und deine Lippen vor falscher Rede! Meide das Böse und tue das Gute! Such Frieden und jage ihm nach!

Wenn ihr das tut, blicken meine Augen auf euch, und meine Ohren hören auf eure Gebete; und noch bevor ihr zu mir ruft, sage ich euch: Seht, “Ich bin da”.

Liebe Brüder, was kann beglückender für uns sein als dieses Wort des Herrn, der uns einlädt?

Seht, in seiner Güte zeigt uns der Herr den Weg des Lebens.

Gürten wir uns also mit Glauben und Treue im Guten, und gehen wir unter der Führung des Evangeliums seine Wege, damit wir ihn schauen dürfen, der uns in sein Reich gerufen hat.

 

Heute, jetzt – nicht morgen – ist die Zeit zu beginnen. Zu hören auf IHN, zu antworten.

SEINEN Willen zu erfüllen.

 Was ist sein Wille? „Meide das Böse und tu das Gute“

Wie kann ich seinen Willen erfüllen?

Indem ich HÖRE, auf das Evangelium, es als Richtschnur nehme für mein tägliches Leben.

 

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RB Prol 1-7 (1.Januar, 2.Mai,1.September)

RB Prol 1-7

Höre, mein Sohn, auf die Weisung des Meisters, neige das Ohr deines Herzens, nimm den Zuspruch des gütigen Vaters willig an und erfülle ihn durch die Tat!

So kehrst du durch die Mühe des Gehorsams zu dem zurück, den du durch die Trägheit des Ungehorsams verlassen hast.

An dich also richte ich jetzt mein Wort, wer immer du bist, wenn du nur dem Eigenwillen widersagst, für Christus, den Herrn und wahren König, kämpfen willst und den starken und glänzenden Schild des Gehorsams ergreifst.

Vor allem: wenn du etwas Gutes beginnst, bestürme ihn beharrlich im Gebet, er möge es vollenden.

Dann muss er, der uns jetzt zu seinen Söhnen zählt, einst nicht über unser böses Tun traurig sein.

Weil er Gutes in uns wirkt, müssen wir ihm jederzeit gehorchen; dann wird er uns einst nicht enterben wie ein erzürnter Vater seine Söhne;

er wird auch nicht wie ein furchterregender Herr über unsere Bosheit ergrimmt sein und uns wie verkommene Knechte der ewigen Strafe preisgeben, da wir ihm in die Herrlichkeit nicht folgen wollten.

 

Höre… So beginnt der Prolog. Höre, werde stille…

Gehorsam… Hoche, und gehorche dem, dem Du gehörst

Gehorsam – nicht als Last, sondern in der Gewissheit, dass ER es gut mit Dir meint.

All das Gute, das Du vollbringen wirst, das vollbringst Du nicht aus Dir selbst heraus, sondern nur durch SEINE Gnade.

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RB 7, 35 – 43: Die vierte Stufe der Demut ( 1.Februar, 2.Juni, 2.Oktober)

 

  1. Die vierte Stufe der Demut: Der Mönch übt diesen Gehorsam auch dann, wenn es hart und widrig zugeht. Sogar wenn ihm dabei noch soviel Unrecht geschieht, schweigt er und umarmt gleichsam bewusst die Geduld.
  2. Er hält aus, ohne müde zu werden oder davonzulaufen, sagt doch die Schrift: “Wer bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet.”
  3. Ferner: “Dein Herz sei stark und halte den Herrn aus.”
  4. Um zu zeigen, dass der Glaubende für den Herrn alles, sogar Widriges aushalten muss, sagt die Schrift durch den Mund derer, die das erdulden: “Um deinetwillen werden wir den ganzen Tag dem Tode ausgesetzt, behandelt wie Schafe, die zum Schlachten bestimmt sind.”
  5. Doch zuversichtlich und voll Hoffnung auf Gottes Vergeltung fügen sie freudig hinzu: “All das überwinden wir durch den, der uns geliebt hat.”
  6. Und ebenso sagt die Schrift an anderer Stelle: “Gott, du hast uns geprüft und uns im Feuer geläutert, wie man Silber im Feuer läutert. Du hast uns in die Schlinge geraten lassen, hast drückende Last unserem Rücken aufgeladen.”
  7. Um zu zeigen, dass wir unter einem Oberen stehen müssen, sagt sie weiter: “Du hast Menschen über unser Haupt gesetzt.”
  8. Selbst bei Widrigkeiten und Unrecht erfüllen die Mönche in Geduld die Weisung des Herrn: Auf die eine Wange geschlagen, halten sie auch die andere hin; des Hemdes beraubt, lassen sie auch den Mantel; zu einer Meile gezwungen, gehen sie zwei.
  9. Wie der Apostel Paulus halten sie falsche Brüder aus und segnen jene, die ihnen fluchen.
Das scheint mir persönlich eine der großen Herausforderungen: “Der Mönch übt diesen Gehorsam auch dann, wenn es hart und widrig zugehet….” Das erinnert sehr an das Bibelwort “Liebe Deine Feinde”. Denn Gehorsam hat für mich persönlich ganz viel mit Liebe zu tun.
Ich persönlich denke für mich, dass dieser Gehorsam eben nur in jener Herzenshaltung geht, dem Herrn gehorsam zu sein. Auch wenn einem unrecht getan wird. Eine wirklich grosse Prüfung. Gerade im Vers 43.
Eine Anleitung, wie ich im Leben mit Dingen umgehe, die mir eben nicht so passen. Mit Anweisungen von Vorgesetzeten, die mir nicht gefallen. Und, wann immer es mir gelungen ist, in dieser Haltung zu denken und zu handeln, dann habe ich eine innere Freiheit bekommen. Das ist für mich ganz wichtig. Diese Art der Demut hat nichts mit “kuschen” oder “dumm abnicken” zu tun, sondern mit einem wirklichen Gehorsam der Ordnung Christi gegenüber, der dann auch zu einer inneren Freude und Freiheit führt.
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RB 11: Die Ordnung der Vigilien am Sonntag (13. Februar, 14. Juni, 14. Oktober)

 

  1. Am Sonntag steht man zu den Vigilien früher auf.
  2. Für diese Vigilien gilt folgende Ordnung: Zuerst werden 6 Psalmen und der Versikel gesungen. Wenn hierauf alle in rechter Haltung und Reihenfolge auf ihren Plätzen sitzen, werden aus dem Buch 4 Lesungen vorgetragen, dazu die Responsorien.
  3. Nur beim vierten Responsorium fügt der Vorsänger das “Ehre sei dem Vater” an; sobald er anstimmt, erheben sich alle in Ehrfurcht.
  4. die Lesungen folgen die nächsten 6 Psalmen mit Antiphonen wie zuvor und der Versikel.
  5. Dann liest man nach der angegebenen Ordnung wieder 4 Lesungen mit Responsorien.
  6. Danach werden 3 Cantica aus den Propheten gesungen, die der Abt bestimmt; diese Cantica singt man
    mit “Halleluja”.
  7. Nach dem Versikel und dem Segen des Abtes werden nach der gleichen Ordnung 4 Lesungen aus dem Neuen Testament vorgetragen.
  8. Nach dem vierten Responsorium beginnt der Abt den Hymnus “Dich, Gott loben wir”.
  9. Anschließend trägt der Abt einen Abschnitt aus dem Evangelium vor, bei dem alle in Ehrfurcht stehen.
  10. Nach dem Evangelium antworten alle: “Amen”. Der Abt schließt sogleich den Hymnus “Dir gebührt unser Lob” an. Nach dem Segen beginnen die Laudes.
  11. Diese Ordnung der Vigilien bleibt an allen Sonntagen gleich, im Sommer wie im Winter.
  12. Wenn man aber zu spät aufsteht was ferne sei, werden Lesungen oder Responsorien gekürzt.
  13. Doch sorge man auf jede Weise dafür, dass es nicht vorkommt. Wenn es doch geschieht, tue der, durch dessen Nachlässigkeit es verursacht wurde, vor Gott im Oratorium geziemend Buße.
Wie entgegengesetzt zu all dem, was ich heute in meinem Leben und in meinem Umfeld beobachte. Da muss ich auch ganz bei mir anfangen, neige ich doch dazu, Sonntags eher mal gerne auszuschlafen, zu “chillen”. Manchmal auch bewusst Abends in die Messe zu gehen. Und nein, nicht nur um dann am Sonntag Zeit für die Familie zu haben. Das ist sicher ein Grund, aber wenn ich ehrlich bin, dann muss ich gestehen, dass das mit dem “Sonntag heiligen” doch etwas schwer fällt… Und so ist es eine sehr schöne Erinnerung und Mahnung, wenn in der RB der Sonntag eben mit intensivem Gebet und auch feierlichen Hymnen begangen wird.
Für meinen ganz persönlichen Alltag darf ich mir immer wieder bewusst machen, dass der Sonntag herausgelöst ist aus dem Alltag, und zwar mehr in geistiger Hinsicht, als in rein menschlicher….
Eine tiefe Wahrheit für das Leben heute
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RB 10: Die Ordnung der Vigilien im Sommer (12.Februar, 13.Juni, 13.Oktober)

  1. Von Ostern bis zum November wird die schon erwähnte volle Zahl der Psalmen beibehalten.
  2. Die Lesungen aus dem Buch entfallen jedoch, weil die Nächte kurz sind; statt der drei Lesungen wird eine aus dem Alten Testament auswendig vorgetragen. Darauf folgt ein kurzes Responsorium.
  3. Alles andere wird gehalten, wie bereits gesagt. Zu den nächtlichen Vigilien werden also, abgesehen von Psalm 3 und Psalm 94, niemals weniger als 12 Psalmen gesungen
Da ich hierzu keinen neuen Impuls habe hier die Texte der Psalmen 3 und 94 aus der Einheitsübrsetzung:

Psalm 3

31[Ein Psalm Davids, als er vor seinem Sohn Abschalom floh.]

2Herr, wie zahlreich sind meine Bedränger; /

so viele stehen gegen mich auf.

3Viele gibt es, die von mir sagen: /

«Er findet keine Hilfe bei Gott.» [Sela]

4Du aber, Herr, bist ein Schild für mich, /

du bist meine Ehre und richtest mich auf.

5Ich habe laut zum Herrn gerufen; /

da erhörte er mich von seinem heiligen Berg. [Sela]

6Ich lege mich nieder und schlafe ein, /

ich wache wieder auf, denn der Herr beschützt mich.

7Viele Tausende von Kriegern fürchte ich nicht, /

wenn sie mich ringsum belagern.

8Herr, erhebe dich, /

mein Gott, bring mir Hilfe! Denn all meinen Feinden hast du den Kiefer zerschmettert, / hast den Frevlern die Zähne zerbrochen.

9Beim Herrn findet man Hilfe. /

Auf dein Volk komme dein Segen! [Sela]

Psalm 94

941Gott der Vergeltung, o Herr, /

du Gott der Vergeltung, erscheine!

2Erhebe dich, Richter der Erde, /

vergilt den Stolzen ihr Tun!

3Wie lange noch dürfen die Frevler, o Herr, /

wie lange noch dürfen die Frevler frohlocken?

4Sie führen freche Reden, /

alle, die Unrecht tun, brüsten sich.

5Herr, sie zertreten dein Volk, /

sie unterdrücken dein Erbteil.

6Sie bringen die Witwen und Waisen um /

und morden die Fremden.

7Sie denken: Der Herr sieht es ja nicht, /

der Gott Jakobs merkt es nicht.

8Begreift doch, ihr Toren im Volk! /

Ihr Unvernünftigen, wann werdet ihr klug?

9Sollte der nicht hören, der das Ohr gepflanzt hat, /

sollte der nicht sehen, der das Auge geformt hat?

10Sollte der nicht strafen, der die Völker erzieht, /

er, der die Menschen Erkenntnis lehrt?

11Der Herr kennt die Gedanken der Menschen: /

Sie sind nichts als ein Hauch.

12Wohl dem Mann, den du, Herr, erziehst, /

den du mit deiner Weisung belehrst.

13Du bewahrst ihn vor bösen Tagen, /

bis man dem Frevler die Grube gräbt.

14Ja, der Herr wird sein Volk nicht verstoßen /

und niemals sein Erbe verlassen.

15Nun spricht man wieder Recht nach Gerechtigkeit; /

ihr folgen alle Menschen mit redlichem Herzen.

16Wer wird sich für mich gegen die Frevler erheben, /

wer steht für mich ein gegen den, der Unrecht tut?

17Wäre nicht der Herr meine Hilfe, /

bald würde ich im Land des Schweigens wohnen.

18Wenn ich sage: «Mein Fuß gleitet aus», /

dann stützt mich, Herr, deine Huld.

19Mehren sich die Sorgen des Herzens, /

so erquickt dein Trost meine Seele.

20Kann sich mit dir der bestechliche Richter verbünden, /

der willkürlich straft, gegen das Gesetz?

21Sie wollen das Leben des Gerechten vernichten /

und verurteilen schuldlose Menschen.

22Doch meine Burg ist der Herr, /

mein Gott ist der Fels meiner Zuflucht.

23Er wird ihnen ihr Unrecht vergelten /

und sie wegen ihrer Bosheit vernichten; / vernichten wird sie der Herr, unser Gott.

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RB 9: Die Ordnung der Vigilien im Winter (11.Februar, 12.Juni, 12.Oktober )

 

  1. Im Winter singt man zuerst dreimal den Vers: “Herr öffne meine Lippen, damit mein Mund dein Lob verkünde.” (Ps 51,17)
  2. Darauf folgen Psalm 3 und das “Ehre sei dem Vater”,
  3. Psalm 94, mit Antiphon oder wenigstens einfach gesungen,
  4. ein Hymnus des Ambrosius, dann sechs Psalmen mit Antiphonen.
  5. Anschließend wird der Versikel gesungen, der Abt spricht den Segen, und alle setzen sich auf die Bänke.
    Aus dem Buch, das auf dem Pult liegt, tragen die Brüder abwechselnd drei Lesungen vor; Dazwischen werden auch drei Responsorien gesungen.
  6. Zwei Responsorien singt man ohne “Ehre sei dem Vater” aber bei jenem nach der dritten Lesung singt der Vorsänger das “Ehre sei dem Vater”.
  7. Sobald der Vorsänger es anstimmt, erheben sich aus tiefer Ehrfurcht vor der heiligen Dreifaltigkeit sofort alle von ihren Sitzen.
  8. In den Vigilien lese man die von Gott beglaubigten Bücher des Alten und des Neuen Testaments, aber auch Erklärungen dazu, die von anerkannten und rechtgläubigen katholischen Vätern verfasst sind.
  9. nach den drei Lesungen mit ihren Responsorien folgen weitere 6 Psalmen, die mit “Halleluja” gesungen werden,
  10. eine Lesung aus den Apostelbriefen, auswendig vorgetragen, der Versikel und das Bittgebet der Litanei, nämlich das “Kyrie eleison”.
  11. Damit sind die nächtlichen Vigilien beendet.
Nun, wie gesagt, nächtliche Vigilien werden es bei mir nicht, aber dieser Regeltext hat mich an die Eröffnungsworte erinnert:
“Herr, öffne meine Lippen, damit mein Mund Dein Lob verkünde”.
Und dazu die Empfehlung zum “Ehre sei dem Vater” zu stehen.
Ich bin ja am Ausprobieren, wie ich denn mein “benediktinisch leben” in meinen Alltag integrieren kann, und da ist es durchaus ein Versuch wert, morgens mit dieser Eröffnung aufzuwachen und dann zum Ehre aufzustehen.
Momentan sage ich mehr oder eher weniger regelmäßig:
“Herr ich danke Dir für diesen neuen Tag, für den Neubeginn mit Dir”.
Das war mal meine Buße:-)
Das andere wäre “benediktinischer”, was ja auch sinnvoll ist, dass dieser Geist eben meinen Tagesrhytmus durchzieht – werde ich auf jeden Fall versuchen :-)
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RB 7,62-70: Die zwölfte Stufe der Demut (9.Februar, 10. Juni, 10.Oktober )

  1. Die zwölfte Stufe der Demut: Der Mönch sei nicht nur im Herzen demütig, sondern seine ganze Körperhaltung werde zum ständigen Ausdruck seiner Demut für alle, die ihn sehen.
  2. Das heißt: Beim Gottesdienst, im Oratorium, im Kloster, im Garten, unterwegs, auf dem Feld, wo er auch sitzt, geht oder steht, halte er sein Haupt immer geneigt und den Blick zu Boden gesenkt.
  3. Wegen seiner Sünden sieht er sich zu jeder Stunde angeklagt und schon jetzt vor das schreckliche Gericht gestellt.
  4. Immer wiederhole er im Herzen die Worte des Zöllners im Evangelium, der die Augen zu Boden senkt und spricht: “Herr, ich Sünder bin nicht würdig, meine Augen zum Himmel zu erheben.”
  5. Und ebenso sagt er mit dem Propheten: “Gebeugt bin ich und tief erniedrigt.”
  6. Wenn also der Mönch alle Stufen auf dem Wege der Demut erstiegen hat, gelangt er alsbald zu jener vollendeten Gottesliebe, die alle Furcht vertreibt.
  7. Aus dieser Liebe wird er alles, was er bisher nicht ohne Angst beobachtet hat, von nun an ganz mühelos, gleichsam natürlich und aus Gewöhnung einhalten,
  8. nicht mehr aus Furcht vor der Hölle, sondern aus Liebe zu Christus, aus guter Gewohnheit und aus Freude an der Tugend.
  9. Dies wird der Herr an seinem Arbeiter, der von Fehlern und Sünden rein wird, schon jetzt gütig durch den Heiligen Geist erweisen.
Zwei Gedanken scheinen für mich persönlich ganz wichtig in dieser zwölften Stunde der Demut.
1. Die äußere Haltung:
Ich kenne das von mir selber. Optimalerweise sind innere Haltung und äußere Haltung eins. Die innere Haltung spiegelt sich in der äußeren Haltung wieder. Ich selber werde ein Leben lang dazu brauchen, diese innere Haltung immer wieder anzustreben und annähernd in diese Haltung zu kommen. Das Äußere ist mir auf diesem Wege Hilfe. So als ob ich immer, wenn ich mein Haupt beuge mich selber daran erinnere. Es ist für mich zu einem “Hilfsmittel” geworden, mir immer wieder bewusst zu machen, wer ich (nicht) bin. 
Das Einüben und Praktizieren dieser Haltung ist etwas, das für mich wesentlich dazu gehört. So wie das Wort Gottes mich umformt, wenn ich es regelmäßig höre, so wird auch diese äußere Haltung irgendwann sozusagen verinnerlicht und fällt vom “Kopf ins Herz”, vom “Tun uns Leben”. Oft habe ich mich erwischt, wie meine Gedanken so überhaupt nicht demütig waren. Das “Neigen des Hauptes” hat mich dann immer wieder erinnert und meine Gedanken in andere Richtungen gelegt. Es ist für mich vergleichbar mit dem äußeren Beten und dem inneren Beten der Teresa von Avila. Sicher, der Vergleich hinkt, dennoch spielt es in meinem Leben ungefähr diese Rolle…
Durchs Praktizieren verinnerlichen.
2. Aus dieser Liebe wird er alles, was er bisher nicht ohne Angst beobachtet hat, von nun an ganz mühelos, gleichsam natürlich und aus Gewöhnung einhalten
Das ist etwas, das ich als “Hoffnung” ansehe. Es ist irgendwie einfach nur “lernen”. Da ist es auch so – am Anfang ist es mühsam, zeitaufwändig, und irgendwann wird es einfacher. Selbstverständlicher. Wenn ich denke, wie mühsam die ersten Englisch Vokabeln waren, und heute, so viele Jahre später kann ich mich einigermaßen in dieser Sprache verständigen….
So ist es – hoffe ich – auch mit der Demut. Dieses regel Kapitel ist wirklich “schwere Kost”. Stufe eins bis zwölf. Sowas wie vom ersten Latein Unterricht bis zum Latinum? Auf jeden Fall: Üben, üben, üben….  Gar nicht so einfach… Es erfordert ständiges “Dran bleiben”…. Eine wirkliche Herausforderung, die ich aber ja nicht alleine schaffen muss, sondern unter der führung des Evangeliums, mit der Hilfe Jesu und des Hl. Geistes und aller meiner Brüder und Schwestern.
Man stelle sich vor, wie die Welt wäre, wenn diese Regel unser Grundgesetz wäre…
So ist es für mich eine erstrebenswerte Herausforderung, mir diese Texte immer und immer wieder durchzulesen, “darauf rumzukauen”, sie zu üben – immer wieder von Anfang an:-)
Zitat von Arno Hahn via facebook seite Benediktinische Freunde
 ”zur DeMUT gehört auch viel Mut. Mut alles Gute das einem/einer gelingt, nicht sich sondern Gott zuzuschreiben. Auch die Nähe zu Gott darf uns nicht verleiten auf andere “Runterzuschauen” sondern unsere Nähe zu Gott, ist NICHT unser Verdienst, sondern die Gnade von Gott an uns. Wären wir eingebildet auf unsere Gottesnähe, wäre es das Selbe, wenn ein Stück Eisen stolz auf die Nähe zum Magneten wäre…”

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