RB 1, 6- 13 (8.Januar – 9.Mai – 8.September)

RB 1, 6- 13

 

Die dritte Art sind die Sarabaiten, eine ganz widerliche Art von Mönchen. Weder durch eine Regel noch in der Schule der Erfahrung wie Gold im Schmelzofen erprobt, sind sie weich wie Blei.

In ihren Werken halten sie der Welt immer noch die Treue. Man sieht, dass sie durch ihre Tonsur Gott belügen.

Zu zweit oder zu dritt oder auch einzeln, ohne Hirten, sind sie nicht in den Hürden des Herrn, sondern in ihren eigenen eingeschlossen: Gesetz ist ihnen, was ihnen behagt und wonach sie verlangen.

Was sie meinen und wünschen, das nennen sie heilig, was sie nicht wollen, das halten sie für unerlaubt.

Die vierte Art der Mönche sind die sogenannten Gyrovagen. Ihr Leben lang ziehen sie landauf landab und lassen sich für drei oder vier Tage in verschiedenen Klöstern beherbergen.

Immer unterwegs, nie beständig, sind sie Sklaven der Launen ihres Eigenwillens und der Gelüste ihres Gaumens. In allem sind sie noch schlimmer als die Sarabaiten.

Besser ist es, über den erbärmlichen Lebenswandel all dieser zu schweigen als zu reden.

Lassen wir sie also beiseite, und gehen wir mit Gottes Hilfe daran, der stärksten Art, den Koinobiten, eine Ordnung zu geben.

 

Indem Benedikt die verschiedenen Formen des Mönchstums vorstellt wird auch eine „Selektion“ deutlich. Was muss ein Mönch sein? Wie muss er leben? Benedikt gibt schon hier eine Antwort auf das, was seine ganze Regel durchzieht: „Das Wort Gottes“. Dieses soll auch im Alltag von Laien das Fundament sein, auf dem ein rechtschaffendes Leben gelingen kann.

Auch der Wert der Stabilitas loci klingt hier schon an. Stabilitas ist zuerst einmal stabilitas. Das kann die Stabilitas in der Beziehung meinen, in der Familie, zuerst und vor allem aber die stabilitas im Glauben. Stabilitas setzt Entscheidung vorraus und Treue.

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