RB 7, 35 – 43: Die vierte Stufe der Demut ( 1.Februar, 2.Juni, 2.Oktober)

 

  1. Die vierte Stufe der Demut: Der Mönch übt diesen Gehorsam auch dann, wenn es hart und widrig zugeht. Sogar wenn ihm dabei noch soviel Unrecht geschieht, schweigt er und umarmt gleichsam bewusst die Geduld.
  2. Er hält aus, ohne müde zu werden oder davonzulaufen, sagt doch die Schrift: “Wer bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet.”
  3. Ferner: “Dein Herz sei stark und halte den Herrn aus.”
  4. Um zu zeigen, dass der Glaubende für den Herrn alles, sogar Widriges aushalten muss, sagt die Schrift durch den Mund derer, die das erdulden: “Um deinetwillen werden wir den ganzen Tag dem Tode ausgesetzt, behandelt wie Schafe, die zum Schlachten bestimmt sind.”
  5. Doch zuversichtlich und voll Hoffnung auf Gottes Vergeltung fügen sie freudig hinzu: “All das überwinden wir durch den, der uns geliebt hat.”
  6. Und ebenso sagt die Schrift an anderer Stelle: “Gott, du hast uns geprüft und uns im Feuer geläutert, wie man Silber im Feuer läutert. Du hast uns in die Schlinge geraten lassen, hast drückende Last unserem Rücken aufgeladen.”
  7. Um zu zeigen, dass wir unter einem Oberen stehen müssen, sagt sie weiter: “Du hast Menschen über unser Haupt gesetzt.”
  8. Selbst bei Widrigkeiten und Unrecht erfüllen die Mönche in Geduld die Weisung des Herrn: Auf die eine Wange geschlagen, halten sie auch die andere hin; des Hemdes beraubt, lassen sie auch den Mantel; zu einer Meile gezwungen, gehen sie zwei.
  9. Wie der Apostel Paulus halten sie falsche Brüder aus und segnen jene, die ihnen fluchen.
Das scheint mir persönlich eine der großen Herausforderungen: “Der Mönch übt diesen Gehorsam auch dann, wenn es hart und widrig zugehet….” Das erinnert sehr an das Bibelwort “Liebe Deine Feinde”. Denn Gehorsam hat für mich persönlich ganz viel mit Liebe zu tun.
Ich persönlich denke für mich, dass dieser Gehorsam eben nur in jener Herzenshaltung geht, dem Herrn gehorsam zu sein. Auch wenn einem unrecht getan wird. Eine wirklich grosse Prüfung. Gerade im Vers 43.
Eine Anleitung, wie ich im Leben mit Dingen umgehe, die mir eben nicht so passen. Mit Anweisungen von Vorgesetzeten, die mir nicht gefallen. Und, wann immer es mir gelungen ist, in dieser Haltung zu denken und zu handeln, dann habe ich eine innere Freiheit bekommen. Das ist für mich ganz wichtig. Diese Art der Demut hat nichts mit “kuschen” oder “dumm abnicken” zu tun, sondern mit einem wirklichen Gehorsam der Ordnung Christi gegenüber, der dann auch zu einer inneren Freude und Freiheit führt.
Share
Click on any of these buttons to help us to maintain this website.