RB 11: Die Ordnung der Vigilien am Sonntag (13. Februar, 14. Juni, 14. Oktober)

 

  1. Am Sonntag steht man zu den Vigilien früher auf.
  2. Für diese Vigilien gilt folgende Ordnung: Zuerst werden 6 Psalmen und der Versikel gesungen. Wenn hierauf alle in rechter Haltung und Reihenfolge auf ihren Plätzen sitzen, werden aus dem Buch 4 Lesungen vorgetragen, dazu die Responsorien.
  3. Nur beim vierten Responsorium fügt der Vorsänger das “Ehre sei dem Vater” an; sobald er anstimmt, erheben sich alle in Ehrfurcht.
  4. die Lesungen folgen die nächsten 6 Psalmen mit Antiphonen wie zuvor und der Versikel.
  5. Dann liest man nach der angegebenen Ordnung wieder 4 Lesungen mit Responsorien.
  6. Danach werden 3 Cantica aus den Propheten gesungen, die der Abt bestimmt; diese Cantica singt man
    mit “Halleluja”.
  7. Nach dem Versikel und dem Segen des Abtes werden nach der gleichen Ordnung 4 Lesungen aus dem Neuen Testament vorgetragen.
  8. Nach dem vierten Responsorium beginnt der Abt den Hymnus “Dich, Gott loben wir”.
  9. Anschließend trägt der Abt einen Abschnitt aus dem Evangelium vor, bei dem alle in Ehrfurcht stehen.
  10. Nach dem Evangelium antworten alle: “Amen”. Der Abt schließt sogleich den Hymnus “Dir gebührt unser Lob” an. Nach dem Segen beginnen die Laudes.
  11. Diese Ordnung der Vigilien bleibt an allen Sonntagen gleich, im Sommer wie im Winter.
  12. Wenn man aber zu spät aufsteht was ferne sei, werden Lesungen oder Responsorien gekürzt.
  13. Doch sorge man auf jede Weise dafür, dass es nicht vorkommt. Wenn es doch geschieht, tue der, durch dessen Nachlässigkeit es verursacht wurde, vor Gott im Oratorium geziemend Buße.
Wie entgegengesetzt zu all dem, was ich heute in meinem Leben und in meinem Umfeld beobachte. Da muss ich auch ganz bei mir anfangen, neige ich doch dazu, Sonntags eher mal gerne auszuschlafen, zu “chillen”. Manchmal auch bewusst Abends in die Messe zu gehen. Und nein, nicht nur um dann am Sonntag Zeit für die Familie zu haben. Das ist sicher ein Grund, aber wenn ich ehrlich bin, dann muss ich gestehen, dass das mit dem “Sonntag heiligen” doch etwas schwer fällt… Und so ist es eine sehr schöne Erinnerung und Mahnung, wenn in der RB der Sonntag eben mit intensivem Gebet und auch feierlichen Hymnen begangen wird.
Für meinen ganz persönlichen Alltag darf ich mir immer wieder bewusst machen, dass der Sonntag herausgelöst ist aus dem Alltag, und zwar mehr in geistiger Hinsicht, als in rein menschlicher….
Eine tiefe Wahrheit für das Leben heute
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RB 10: Die Ordnung der Vigilien im Sommer (12.Februar, 13.Juni, 13.Oktober)

  1. Von Ostern bis zum November wird die schon erwähnte volle Zahl der Psalmen beibehalten.
  2. Die Lesungen aus dem Buch entfallen jedoch, weil die Nächte kurz sind; statt der drei Lesungen wird eine aus dem Alten Testament auswendig vorgetragen. Darauf folgt ein kurzes Responsorium.
  3. Alles andere wird gehalten, wie bereits gesagt. Zu den nächtlichen Vigilien werden also, abgesehen von Psalm 3 und Psalm 94, niemals weniger als 12 Psalmen gesungen
Da ich hierzu keinen neuen Impuls habe hier die Texte der Psalmen 3 und 94 aus der Einheitsübrsetzung:

Psalm 3

31[Ein Psalm Davids, als er vor seinem Sohn Abschalom floh.]

2Herr, wie zahlreich sind meine Bedränger; /

so viele stehen gegen mich auf.

3Viele gibt es, die von mir sagen: /

«Er findet keine Hilfe bei Gott.» [Sela]

4Du aber, Herr, bist ein Schild für mich, /

du bist meine Ehre und richtest mich auf.

5Ich habe laut zum Herrn gerufen; /

da erhörte er mich von seinem heiligen Berg. [Sela]

6Ich lege mich nieder und schlafe ein, /

ich wache wieder auf, denn der Herr beschützt mich.

7Viele Tausende von Kriegern fürchte ich nicht, /

wenn sie mich ringsum belagern.

8Herr, erhebe dich, /

mein Gott, bring mir Hilfe! Denn all meinen Feinden hast du den Kiefer zerschmettert, / hast den Frevlern die Zähne zerbrochen.

9Beim Herrn findet man Hilfe. /

Auf dein Volk komme dein Segen! [Sela]

Psalm 94

941Gott der Vergeltung, o Herr, /

du Gott der Vergeltung, erscheine!

2Erhebe dich, Richter der Erde, /

vergilt den Stolzen ihr Tun!

3Wie lange noch dürfen die Frevler, o Herr, /

wie lange noch dürfen die Frevler frohlocken?

4Sie führen freche Reden, /

alle, die Unrecht tun, brüsten sich.

5Herr, sie zertreten dein Volk, /

sie unterdrücken dein Erbteil.

6Sie bringen die Witwen und Waisen um /

und morden die Fremden.

7Sie denken: Der Herr sieht es ja nicht, /

der Gott Jakobs merkt es nicht.

8Begreift doch, ihr Toren im Volk! /

Ihr Unvernünftigen, wann werdet ihr klug?

9Sollte der nicht hören, der das Ohr gepflanzt hat, /

sollte der nicht sehen, der das Auge geformt hat?

10Sollte der nicht strafen, der die Völker erzieht, /

er, der die Menschen Erkenntnis lehrt?

11Der Herr kennt die Gedanken der Menschen: /

Sie sind nichts als ein Hauch.

12Wohl dem Mann, den du, Herr, erziehst, /

den du mit deiner Weisung belehrst.

13Du bewahrst ihn vor bösen Tagen, /

bis man dem Frevler die Grube gräbt.

14Ja, der Herr wird sein Volk nicht verstoßen /

und niemals sein Erbe verlassen.

15Nun spricht man wieder Recht nach Gerechtigkeit; /

ihr folgen alle Menschen mit redlichem Herzen.

16Wer wird sich für mich gegen die Frevler erheben, /

wer steht für mich ein gegen den, der Unrecht tut?

17Wäre nicht der Herr meine Hilfe, /

bald würde ich im Land des Schweigens wohnen.

18Wenn ich sage: «Mein Fuß gleitet aus», /

dann stützt mich, Herr, deine Huld.

19Mehren sich die Sorgen des Herzens, /

so erquickt dein Trost meine Seele.

20Kann sich mit dir der bestechliche Richter verbünden, /

der willkürlich straft, gegen das Gesetz?

21Sie wollen das Leben des Gerechten vernichten /

und verurteilen schuldlose Menschen.

22Doch meine Burg ist der Herr, /

mein Gott ist der Fels meiner Zuflucht.

23Er wird ihnen ihr Unrecht vergelten /

und sie wegen ihrer Bosheit vernichten; / vernichten wird sie der Herr, unser Gott.

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RB 9: Die Ordnung der Vigilien im Winter (11.Februar, 12.Juni, 12.Oktober )

 

  1. Im Winter singt man zuerst dreimal den Vers: “Herr öffne meine Lippen, damit mein Mund dein Lob verkünde.” (Ps 51,17)
  2. Darauf folgen Psalm 3 und das “Ehre sei dem Vater”,
  3. Psalm 94, mit Antiphon oder wenigstens einfach gesungen,
  4. ein Hymnus des Ambrosius, dann sechs Psalmen mit Antiphonen.
  5. Anschließend wird der Versikel gesungen, der Abt spricht den Segen, und alle setzen sich auf die Bänke.
    Aus dem Buch, das auf dem Pult liegt, tragen die Brüder abwechselnd drei Lesungen vor; Dazwischen werden auch drei Responsorien gesungen.
  6. Zwei Responsorien singt man ohne “Ehre sei dem Vater” aber bei jenem nach der dritten Lesung singt der Vorsänger das “Ehre sei dem Vater”.
  7. Sobald der Vorsänger es anstimmt, erheben sich aus tiefer Ehrfurcht vor der heiligen Dreifaltigkeit sofort alle von ihren Sitzen.
  8. In den Vigilien lese man die von Gott beglaubigten Bücher des Alten und des Neuen Testaments, aber auch Erklärungen dazu, die von anerkannten und rechtgläubigen katholischen Vätern verfasst sind.
  9. nach den drei Lesungen mit ihren Responsorien folgen weitere 6 Psalmen, die mit “Halleluja” gesungen werden,
  10. eine Lesung aus den Apostelbriefen, auswendig vorgetragen, der Versikel und das Bittgebet der Litanei, nämlich das “Kyrie eleison”.
  11. Damit sind die nächtlichen Vigilien beendet.
Nun, wie gesagt, nächtliche Vigilien werden es bei mir nicht, aber dieser Regeltext hat mich an die Eröffnungsworte erinnert:
“Herr, öffne meine Lippen, damit mein Mund Dein Lob verkünde”.
Und dazu die Empfehlung zum “Ehre sei dem Vater” zu stehen.
Ich bin ja am Ausprobieren, wie ich denn mein “benediktinisch leben” in meinen Alltag integrieren kann, und da ist es durchaus ein Versuch wert, morgens mit dieser Eröffnung aufzuwachen und dann zum Ehre aufzustehen.
Momentan sage ich mehr oder eher weniger regelmäßig:
“Herr ich danke Dir für diesen neuen Tag, für den Neubeginn mit Dir”.
Das war mal meine Buße:-)
Das andere wäre “benediktinischer”, was ja auch sinnvoll ist, dass dieser Geist eben meinen Tagesrhytmus durchzieht – werde ich auf jeden Fall versuchen :-)
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RB 8: Der Gottesdienst in der Nacht (10.Februar, 11.Juni, 11.Oktober )

  1. Im Winter, das heißt vom ersten November bis Ostern, soll man zur achten Stunde der Nacht aufstehen; das entspricht vernünftiger Überlegung.
  2. So können die Brüder etwas länger als die halbe Nacht schlafen und dann ausgeruht aufstehen.
  3. Was nach den Vigilien an Zeit noch übrig bleibt, sollen die Brüder die es brauchen, auf das Einüben der Psalmen und Lesungen verwenden.
  4. Von Ostern bis zum ersten November werde die Stunde des Aufstehens so bestimmt: Auf die Feier der Vigilien folgen nach einer kurzen Pause für die natürlichen Bedürfnisse der Brüder die Laudes, die bei Tagesanbruch zu halten sind.
Die achte Stunde der Nacht – das heisst 2 Uhr nachts – da stehe ich sicher nicht auf um zu beten :-)
Und auch in den Klöstern ist es (außer bei den Karthäusern) meines Wissens nachauch nicht mehr üblich, diese Zeit zu halten.
Was also sagt mir dieser teil der Regel für mein Leben heute ganz konkret? Ich persönlich finde die zwei Worte: “vernünftig” und “ausgeruht” in diesem Zusammenhang interessant.
Denn eine “vernünftige” Gebetszeit ist durchaus das Ziel eines jeden Menschen, insbesondere dann, wenn man sich der benediktinischen Spiritualität verbunden weiss. Dieses vernünftig klingt ja auch in den Statuten für die Oblaten durch, wenn es da heisst: “jeder solle am Stundengebet nach den eigenen Möglichkeiten teilnehmen”.
Beachtenswert ist auch die Sorge des Hl. Benedikt, dass die Brüder ausgeschlafen sind. Diese Fürsorge klingt durch die ganze Regel und gibt ihr einen für mich liebevoll, väterlichen Ton. 
Für mein eigenes Leben ist diese “ausgeruht” sein eine Herausforderung. Maß zu halten, meine Stunden zu ordnen, mich um genügend Schlaf bemühen. Die Benediktiner beten heute die Morgenhore (Matutin, Vigil) meinst irgendwann zwischen 5 und 6 Uhr. Das ist für mich als Mutter von 4 kleinen Kindern nicht machbar. Und doch kann ich mich im Geiste, durch ein kurzes Innehalten verbunden und hineingenommen wissen. 
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RB 7,62-70: Die zwölfte Stufe der Demut (9.Februar, 10. Juni, 10.Oktober )

  1. Die zwölfte Stufe der Demut: Der Mönch sei nicht nur im Herzen demütig, sondern seine ganze Körperhaltung werde zum ständigen Ausdruck seiner Demut für alle, die ihn sehen.
  2. Das heißt: Beim Gottesdienst, im Oratorium, im Kloster, im Garten, unterwegs, auf dem Feld, wo er auch sitzt, geht oder steht, halte er sein Haupt immer geneigt und den Blick zu Boden gesenkt.
  3. Wegen seiner Sünden sieht er sich zu jeder Stunde angeklagt und schon jetzt vor das schreckliche Gericht gestellt.
  4. Immer wiederhole er im Herzen die Worte des Zöllners im Evangelium, der die Augen zu Boden senkt und spricht: “Herr, ich Sünder bin nicht würdig, meine Augen zum Himmel zu erheben.”
  5. Und ebenso sagt er mit dem Propheten: “Gebeugt bin ich und tief erniedrigt.”
  6. Wenn also der Mönch alle Stufen auf dem Wege der Demut erstiegen hat, gelangt er alsbald zu jener vollendeten Gottesliebe, die alle Furcht vertreibt.
  7. Aus dieser Liebe wird er alles, was er bisher nicht ohne Angst beobachtet hat, von nun an ganz mühelos, gleichsam natürlich und aus Gewöhnung einhalten,
  8. nicht mehr aus Furcht vor der Hölle, sondern aus Liebe zu Christus, aus guter Gewohnheit und aus Freude an der Tugend.
  9. Dies wird der Herr an seinem Arbeiter, der von Fehlern und Sünden rein wird, schon jetzt gütig durch den Heiligen Geist erweisen.
Zwei Gedanken scheinen für mich persönlich ganz wichtig in dieser zwölften Stunde der Demut.
1. Die äußere Haltung:
Ich kenne das von mir selber. Optimalerweise sind innere Haltung und äußere Haltung eins. Die innere Haltung spiegelt sich in der äußeren Haltung wieder. Ich selber werde ein Leben lang dazu brauchen, diese innere Haltung immer wieder anzustreben und annähernd in diese Haltung zu kommen. Das Äußere ist mir auf diesem Wege Hilfe. So als ob ich immer, wenn ich mein Haupt beuge mich selber daran erinnere. Es ist für mich zu einem “Hilfsmittel” geworden, mir immer wieder bewusst zu machen, wer ich (nicht) bin. 
Das Einüben und Praktizieren dieser Haltung ist etwas, das für mich wesentlich dazu gehört. So wie das Wort Gottes mich umformt, wenn ich es regelmäßig höre, so wird auch diese äußere Haltung irgendwann sozusagen verinnerlicht und fällt vom “Kopf ins Herz”, vom “Tun uns Leben”. Oft habe ich mich erwischt, wie meine Gedanken so überhaupt nicht demütig waren. Das “Neigen des Hauptes” hat mich dann immer wieder erinnert und meine Gedanken in andere Richtungen gelegt. Es ist für mich vergleichbar mit dem äußeren Beten und dem inneren Beten der Teresa von Avila. Sicher, der Vergleich hinkt, dennoch spielt es in meinem Leben ungefähr diese Rolle…
Durchs Praktizieren verinnerlichen.
2. Aus dieser Liebe wird er alles, was er bisher nicht ohne Angst beobachtet hat, von nun an ganz mühelos, gleichsam natürlich und aus Gewöhnung einhalten
Das ist etwas, das ich als “Hoffnung” ansehe. Es ist irgendwie einfach nur “lernen”. Da ist es auch so – am Anfang ist es mühsam, zeitaufwändig, und irgendwann wird es einfacher. Selbstverständlicher. Wenn ich denke, wie mühsam die ersten Englisch Vokabeln waren, und heute, so viele Jahre später kann ich mich einigermaßen in dieser Sprache verständigen….
So ist es – hoffe ich – auch mit der Demut. Dieses regel Kapitel ist wirklich “schwere Kost”. Stufe eins bis zwölf. Sowas wie vom ersten Latein Unterricht bis zum Latinum? Auf jeden Fall: Üben, üben, üben….  Gar nicht so einfach… Es erfordert ständiges “Dran bleiben”…. Eine wirkliche Herausforderung, die ich aber ja nicht alleine schaffen muss, sondern unter der führung des Evangeliums, mit der Hilfe Jesu und des Hl. Geistes und aller meiner Brüder und Schwestern.
Man stelle sich vor, wie die Welt wäre, wenn diese Regel unser Grundgesetz wäre…
So ist es für mich eine erstrebenswerte Herausforderung, mir diese Texte immer und immer wieder durchzulesen, “darauf rumzukauen”, sie zu üben – immer wieder von Anfang an:-)
Zitat von Arno Hahn via facebook seite Benediktinische Freunde
 ”zur DeMUT gehört auch viel Mut. Mut alles Gute das einem/einer gelingt, nicht sich sondern Gott zuzuschreiben. Auch die Nähe zu Gott darf uns nicht verleiten auf andere “Runterzuschauen” sondern unsere Nähe zu Gott, ist NICHT unser Verdienst, sondern die Gnade von Gott an uns. Wären wir eingebildet auf unsere Gottesnähe, wäre es das Selbe, wenn ein Stück Eisen stolz auf die Nähe zum Magneten wäre…”

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RB 7,60-61: Die elfte Stufe der Demut (8.Februar, 9. Juni, 9. Oktober )

  1. Die elfte Stufe der Demut: Der Mönch spricht, wenn er redet, ruhig und ohne Gelächter, demütig und mit Würde wenige und vernünftige Worte und macht kein Geschrei,
  2. da geschrieben steht: “Den Weisen erkennt man an den wenigen Worten.”
Eine stille Freundlichkeit sollen wir ausstrahlen, so schreibt Johanne Domek in ihrem Buch Benediktinische Impulse
Würde, das ist ein großes Wort. Das ist etwas, da denke ich, das schaffe ich persönlich vielleicht annähernd irgendwann einmal mit viel, viel Übung. Nicht umsonst ist es die neunte Stufe. Das hat etwas vom “Ruhen in sich selber”. Nur dadurch, und nur von Innen heraus, wenn der Herr auf dem Thron meines Herzens sitzt, wenn mein Herz zum Altar wird, dann ist es möglich, diese Würde und Ausstrahlung zu leben und zu transportieren… Ein Aufruf, mich immer wieder nach innen zu wenden.
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RB 7,59: Die zehnte Stufe der Demut (7. Februar, 8.Juni, 8.Oktober)

Die zehnte Stufe der Demut: Der Mönch ist nicht leicht und schnell zum Lachen bereit, steht doch geschrieben: “Der Tor bricht in schallendes Gelächter aus.”

Was ist damit gemeint? Lachen ist an sich doch etwas Gutes, oder? Besser Lachen, als Weinen. Viele Heilige schätzen die Freude und das Lachen. In den Psalmen wird von Jauchzen und Klatschen berichtet.

Aber das ist damit wohl eher nicht gemeint. Dieses Lachen, vor allem das laute lachen… hat es nicht manchmal mit Unsicherheit zu tun? Und- was Gott bewahre, und doch ab und an vorkommt – mit “über jemand lachen” oder “auslachen”?

Lachen, das aufgesetzt ist, auf Kosten anderer geht, unnatürliches Lachen, unechtes Lachen, vorgetäuschte Fröhlichkeit… All das ist wohl damit gemeint. Nicht umsonst ist dieser Regeltext um diese Zeit :-) Denn es ist eine Zeit, in der durch Fasnet (karneval, Fasching) doch so vieles “aufgesetzt” und ungut ist im Namen der Freude und des Spasses.

Nein, eine Spassangelegenheit ist die Nachfolge nicht.

Aber eine freudige. Und so ist Lachen und Fröhlichkeit, aber vor allem ein freundliches Lächeln Teil des christlichen Lebens.

Und das sollte uns unterscheiden, vom Lärm des Lachens der Welt….

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RB 7,56-58: Die neunte Stufe der Demut (6.Februar, 7.Juni, 7. Oktober)

Kapitel 7 – Die Demut

  1. Die neunte Stufe der Demut: Der Mönch hält seine Zunge vom Reden zurück, verharrt in der Schweigsamkeit und redet nicht, bis er gefragt wird.
  2. Zeigt doch die Schrift: “Bei vielem Reden entgeht man der Sünde nicht.”
  3. “Der Schwätzer hat keine Richtung auf Erden.”
Wie gut kenne ich das von mir… “Mitteilungsbedürfnis”… Vielleicht auch: “Ich bin wer,ich habe was zu sagen”…
Und wie oft denke ich hinterher: “Da hätte ich lieber mal meinen Mund gehalten”.
Worte haben Kraft und Macht. Sowohl im Positiven, als auch im Negativen Sinn.
Dieser Abschnitt der Regel lädt mich ein, innezuhalten.
Ein Sprichwort sagt: “Erst denken, dann reden”.
Oder “Reden ist Silber, Schweigen ist Gold”….
Ein wichtiger Aspekt daran ist für mich das Schweigen vor Gott.
Ich war hier in der Pfarreiengemeinschaft in der ewigen Anbetung.Die ging von 16:30 bis 19:00.
Es gab keine 10 Minuten Stille in der Zeit. Sicher, es wurden Andachten gebetet, Rosenkranz gebetet, alles schön und gut.
Aber es war keine Zeit, mit Gott ins Gespräch zu kommen.
Mein geistlicher Begleiter hat einmal in einer Predigt gesagt, wir sollen lerne, auf die Stille zu hören, und wir werden Dinge hören, die wir noch nie gehört haben.
Ein weiser Ratschlag. Wann immer ich es schaffe, in der Stille vor Gott auszuharren beschenkt er mich so reich. Aber dazu muß ich erst einmal mein Herz und meine inneren Ohren öffnen.
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Alte Schätze neu entdeckt-Die Regel des Hl. Benedikt

… da stand sie, jahrelang im Bücherregal, eingeordnet unter dem Label “Heilige”. Irgendwo neben den confessions des Hl. Augustinus.
Na ja, Benediktusregel, das war eines der Bücher, von denen ich mir immer eingebildet habe, dass “frau” sie UNBEDINGT haben muss. Sozusagen “Allgemeinbildung”.

Hat man halt. War auch die Kostengünstige Version.

Aber über ein “Durchblättern” kam ich nie hinaus… War irgendwie nicht so mein Ding.

Und nun? Nun habe ich sie schon ein paar Mal innerhalb weniger Wochen gelesen.
Mittlerweile hat sie ihren Platz direkt neben der Goldbibel :-)

Eine schickere Ausgabe versteht sich.

Die “Alte” habe ich verschenkt, mit der innigsten Hoffnung verbunden, dass sie auch dort irgendwann gelesen, geliebt und begonnen zu leben wird…..

Interessant wird, zu sehen, was aus den anderen Büchern dieser Reihe werden wird… Ich hätte da noch Thomas von Aquin: Glaube, Liebe Hoffnung und Augustinus – die wahre Religion stehen, nebst den Klassikern der Teresa von Avila ;-)

Ich hätte nie gedacht, dass dieses kleine Büchlein, das da so kostengünstig und unscheinbar in meinem Regal, bestückt mit teuren Theologischen Büchern einmal meine Spiritualität so auf den Kopf stellen wird :-)

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