Vater oder Lehrer, Westlich & östlich,katholisch oder orthodox, apostolisch oder auch nicht??? Eine Versuch aus dem Definitionswirrwarr

Im Moment beschäftige ich mich wieder etwas intensiver mit den Vätern.

Dazu wird es auch hier auf dem Blog den einen oder anderen Beitrag geben.

So möchte ich erst einmal den Begriff Kirchenvater definieren.

Die Angaben stammen aus heiligenlexikon.de

Da das alles recht umfangreich ist lohnt sich auch ein Blick auf wiki

Zu den Kirchenvätern zählen traditionell in der katholischen Kirche die

westlichen, von 1295 von Papst Bonifatius VIII ernannt (1-4), sowie die 4 östlichen,diese wurden 1568 von Papst Pius V. zu Kirchenlehrern erklärt.

Kirchenvaeter

(Bild: die vier westlichen Kircheväter)

  1. Ambrosius
  2. Augustinus
  3. Papst Gregor I.
  4. Hieronymus
  5. Athanasios von Alexandria,
  6. Basilius der Große
  7. Johannes Chrysostomos
  8. Gregor von Nazianz

Nach Jean Mabillon gehört auch noch

Bernhard von Clairveaux

dazu als der zeitlich letzte Kirchenvater.

Kirchenväter sind Männer, die vier Kriterien erfüllten: Sie mussten in früher christlichen Zeit gelebt und ein frommes Leben geführt haben, ihre Schriften mussten die christliche Lehre in hervorragender Weise verteidigen oder erklären und von der Kirche gebilligt worden sein. Ihre Lehren gelten als unfehlbar.

 

So kennt die katholische Kirche also insgesamt 8 (9) Kircheväter

Als Kirchenväter gelten in der Orthodoxen Kirche die wichtigsten Schriftsteller der jungen Christenheit bis ins 8. Jahrhundert hinein – wobei der Maßstab der Rechtgläubigkeit großzügig bemessen wird. Ihre Lehrmeinungen gelten nicht automatisch als Lehren der Kirche, Maßstab der Lehre sind allein die sieben ökumenischen Konzilien. Als Kirchenvätrer werden bezeichnet:

      1. Ignatius von Antiochia († vor 117)
      2. Athenagoras († im 2. Jahrhundert)
      3. Melitos († im 2. Jahrhundert)
      4. Tatianus der Syrer († im 2. Jahrhundert)
      5. Theophilos von Antiochia († um 186)
      6. Hermas († um 150)
      7. Justinus der Märtyrer († um 165)
      8. Polycarp von Smyrna († 155 / 156)
      9. Hippolyt von Rom († 236 ?)
      10. Julius Africanus († um 240)
      11. Cyprian von Karthago († 258)
      12. Dionysius von Alexandria († 265)
      13. Firmillian († 268)
      14. Gregor Thaumaturgus († um 270)
      15. Archelaus († 282)
      16. Methodius († 311)
      17. Eustachius von Antiochia († um 325)
      18. Aphraates († im 4. Jahrhundert)
      19. Serapion der Scholastiker († 362)
      20. Caesarius of Nazianz († um 368)
      21. Athanasios von Alexandria († 373)
      22. Basilius der Große († 379)
      23. Cyrill von Jerusalem († 386)
      24. Gregor von Nazianz († um 390)
      25. Diodoros von Tarsus († 390)
      26. Makarius der Ägypter († um 390)
      27. Gregor von Nyssa († 394)
      28. Epiphanius von Konstantia († 403)
      29. Johannes Chrysostomos († 407)
      30. Nilus der Ältere (von Ankara) († 430)
      31. Isidor von Pelusium († 431 / 451)
      32. Cyrill von Alexandria († 444)
      33. Proclus von Konstantinopel († 446)
      34. Theodoret von Zypern († 460)
      35. Gennadius I. († 471)
      36. Dionysius der Pseudo-Areopagite († um 500)
      37. Leontius von Byzanz († 543)
      38. Johannes Klimakos († nach 600)
      39. Isidor von Sevilla († 636)
      40. Sophronius von Jerusalem (560-638)
      41. Maximus († 662)
      42. Anastasius vom Sinai († um 700)
      43. Andreas von Kreta († 740 / 720)
      44. Germanus I. († um 733)
      45. Johannes von Damaskus († um 750)
        Gelegentlich werden auch noch hinzugezählt:
      46. Clemens von Alexandria († 215)
      47. Tertullian (nach 220)
      48. Origenes († 254)
      49. Eusebius von Cäsarea († 339)
      50. Didymus der Blinde († 398)
      51. Theodor von Mopsuetia († 428)
      52. Socrates Scholastikos († nach 439)

So kann die Zahl der Kircheväter also je nach Quelle und Zählung variieren. In den Ostkirchen begegnen uns manchmal auch Weisungen oder Weisheiten der Väter. Väter sind nicht zwangsläufig jene, die als Kirchenväter bezeichnet werden, sondern auch große Heilige / Starzen neuerer Zeiten.

Und um das Ganze noch etwas komplizierter zu machen kennt die katholische Kirche auch die Bezeichnung Kirchenlehrer

—–>kurzer Exkurs

Die traditionellen Kirchenlehrer – auch Kirchenväter genannt – sind in der westlichen Kirche Ambrosius von Mailand, Augustinus, Hieronymus und Papst Gregor I., die 1295 von Papst Bonifatius VIII. zu großen Kirchenlehrern ernannt wurden. 1597 wurde zusätzlich Thomas von Aquin zum Kirchenlehrer ernannt. Papst Pius V. ernannte 1568 vier weitere Kirchenlehrer des Ostens: Athanasios von Alexandria, Basilius der Große, Johannes Chrysostomos und Gregor von Nazianz.

Inzwischen gibt es in der katholischen Kirche mehr als 30 als Kirchenlehrer verehrte Heilige; zu den genannten kamen hinzu:

(Johannes) Bonaventura, ernannt 1588 Anselm von Canterbury, ernannt 1720 Isidor von Sevilla, ernannt 1722 Petrus Chrysologus, ernannt 1729 Papst Leo der Große, ernannt 1754 Petrus Damiani, ernannt 1828 Bernhard von Clairvaux, ernannt 1830 Hilarius von Poitiers, ernannt 1851 Alfons Maria von Liguori, ernannt 1871 Franz von Sales, ernannt 1877 Cyrill von Alexandria und Cyrill von Jerusalem, ernannt 1882 Johannes von Damaskus, ernannt 1890 Beda Venerabilis, ernannt 1899 Ephraem der Syrer, ernannt 1920 Petrus Canisius, ernannt 1925 Johannes vom Kreuz, ernannt 1926 Roberto Bellarmin und Albertus Magnus, ernannt 1931 Antonius von Padua, ernannt 1946 Laurentius von Brindisi, ernannt 1959 Teresa von Ávila und Katharina von Siena, ernannt 1970 – die ersten weiblichen Kirchenlehrerinnen Thérèse von Lisieux, ernannt 1997 Johannes von Ávila und Hildegard von Bingen, ernannt am 7. Oktober 2012

 

Und wer noch nicht genug hat von dem Definitionswirrwarr, da gäbe es dann auch noch die -> apostolischen Väter :-)

—-> In meinen Betrachtungen möchte ich mich zunächst auf die “klassischen” 56 , bzw. 57 Kirchenväter beschränken.

Ausserdem die “Wüstenväter”

Eine Ausnahme mache ich allerdings : Der Heilige Benedikt von Nursia ist weder Kirchenvater, noch Kirchenlehrer, zumindest nicht offiziell, spielt für meine eigene Spiritualität jedoch die übergeordnete Rolle. Seine Regula greift in vielen Teilen auf die Erfahrungen und Weisheiten der Väter zurück und er empfiehlt in seiner Regula auch ausdrücklich das Studium der Väter.

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Als Quelle dienen mir einige Bücher, die ich von den Vätern im einzelnen habe (vor allem von den lateinischen Vätern habe ich einige komplette Werke)

Ausserdem die Philokalie und die Buchreihe Weisungen der Väter (Apophthegmata Patrum), sowie die Collationes

Zwar keine Väter, aber in ihren Texten viel darauf hinweisend sind weitere Quellen der russische Pilger und einige Bücher von Emmanuel Junclaussen (OSB)

 

 

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